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Geschichte

Die bäuerliche Sozialversicherung ist im Vergleich zu der Sozialversicherung der Unselbstständigen eine junge Versicherung. Sie ist - wie die gesamte österreichische Sozialversicherung - vom Beginn an berufsständisch konzipiert und umfasst heute alle drei Zweige der Sozialversicherung.


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Unfallversicherung

Die Notwendigkeit für einen Sozialversicherungsschutz war auch im bäuerlichen Bereich zuerst im Hinblick auf die soziale Absicherung bei Arbeitsunfällen gegeben. Die Unfallversicherung für selbstständige Landwirte geht daher auf das Jahr 1929 zurück. Das Landarbeiterversicherungsgesetz (LAVG - 1929) sah die Möglichkeit einer freiwilligen Einbeziehung der Landwirte in die Unfallversicherung vor. Davon machten die Landwirtschaftskammern für die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland Gebrauch. Die übrigen Bundesländer folgten im Jahr 1939.

Der Wunsch nach sozialer Sicherheit auch für selbstständige Landwirte in den anderen Zweigen der Sozialversicherung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg laut.
Dies war nicht zuletzt durch die Einführung des ASVG im Jahr 1956 begründet.

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Pensionsversicherung

1958 konnte ein erster Schritt für die Altersversorgung mit der landwirtschaftlichen Zuschussrente gesetzt werden (LZVG 1957). Diese war eine bescheidene Geldleistung für Altbauern, die von der Sozialversicherung neben dem vom Übernehmer zu leistenden Ausgedinge erbracht wurde. Auch eine abgestufte Beitragsleistung war vorgesehen. Die Zuschussrente war aber trotz ihrer geringen Höhe ein Meilenstein. Denn erstmals erhielt die Generation der Hofübergeber auch eine öffentliche Bargeldleistung.

1969 wurde die Zuschussrente zu einer vollwertigen Pension mit Wirksamkeit ab 1.1.1971 umgebaut (BPVG 1969). Damit besteht auch für Bauern eine Altersvorsorge nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit allen Zusatzleistungen (zB Ausgleichszulage, Pflegegeld), sowie in allen anderen Pensionsversicherungen.

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Krankenversicherung

Die Vorsorge gegen Krankheit ist der jüngste Zweig innerhalb der bäuerlichen Sozialversicherung. Dies nicht zuletzt deshalb, weil es für Bauern seit jeher selbstverständlich war mit den Wechselfällen des Lebens selbst zurande zu kommen. Ein Arzt wurde erst in Notfällen aufgesucht und natürlich selbst bezahlt. Die extrem gestiegenen Gesundheitskosten lassen dies heute undenkbar erscheinen. So war es der Weitsicht der damals politisch Verantwortlichen zu verdanken, dass im Jahr 1965 mit Wirksamkeit ab 01.04.1966 alle selbstständigen Bauern in der Krankenversicherung nach dem Bauernkrankenversicherungsgesetz (B-KVG - 1965) einbezogen wurden.

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Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG)

Heute sind alle Zweige im Bauernsozialversicherungsgesetz (BSVG - 1979) enthalten, welches die soziale Absicherung für Bäuerinnen und Bauern somit umfassend regelt.

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Eckdaten der bäuerlichen Sozialversicherung auf einen Blick

SVB: Wir vertreten die sozialen Interessen unserer Bäuerinnen und Bauern
1929 Unfallversicherung für Bauern durch das Landarbeiterversicherungsgesetz (LAVG)
Möglichkeit der freiwilligen Einbeziehung
(Bundesgesetz vom 18.07.1928, Bundesgesetzblatt Nr. 235/1928; 1. Novelle vom 18.07.1929, Bundesgesetzblatt Nr. 253/1929)
1958 Landwirtschaftliche Zuschussrentenversicherung (LZV)
Erstmalige Rente für Bauern im Alter, bei Erwerbsunfähigkeit und Tod
(Landwirtschaftliches Zuschussrentenversicherungsgesetz, Inkrafttreten am 01.01.1958, Bundesgesetzblatt Nr. 293/1957)
1961 Informationsdienst der Land- und Forstwirtschaftlichen Sozialversicherungsanstalt
Regelmäßige Information für Funktionäre und Presse aus einer Hand
1965

Krankenversicherung für selbständige Bäuerinnen und Bauern (Bauern-Krankenversicherungsgesetz vom 07.07.1965, Bundesgesetzblatt Nr. 219/1965)

1967 Einführung der Kindererholungsaktionen als freiwillige Leistung der Krankenversicherung
1971

Pensionsversicherung für Bauern
Diese löste die Zuschussrentenversicherung ab und brachte erstmals eine vollwertige Pensionsversicherung für Bauern
(Bauern-Pensionsversicherungsgesetz vom 12.12.1969, Bundesgesetzblatt Nr. 28/1970)

1974

Die Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) wird gegründet
Die Bauernkrankenkasse, die Land- und Forstwirtschaftliche Sozialversicherungsanstalt und die Pensionsversicherungsanstalt der Bauern wurden zu einem Versicherungsträger — der Sozialversicherungsanstalt der Bauern — vereint. Dieser verfügt über eine Hauptstelle in Wien sowie Landesstellen in allen Bundesländern.

1975 Gesamtvertrag mit den Ärzten geschlossen
1976

Einführung der Sicherheitsplakette des Unfallverhütungsdienstes
Die Sicherheitsplakette ist eine Auszeichnung für jene Betriebe, die besonderen Wert auf Sicherheit in ihren Betrieben legen. Die Zuerkennung dieser Auszeichnung unterliegt strengen Kriterien (
zB sichere Baulichkeiten, Elektrotechnik, Sicherheitsbewusstsein).
1976 - 2010 konnten 4.778 Sicherheitsplaketten österreichweit verliehen werden.

1977

Umwandlung der Zuschussrenten in Übergangspensionen

Die Rehabilitation wird im Bauern-Pensionsversicherungsgesetz verankert
(5. Novelle des Bauern-Pensionsversicherungsgesetzes, Bundesgesetzblatt Nr. 709/1976, Inkrafttreten am 01.01.1977)

1979

Bauernsozialversicherungsgesetz
Mit diesem Gesetz wurden die bislang in verschiedenen Gesetzen zu findenden Bestimmungen über die Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung in einem Gesetz vereint.
(Bundesgesetzblatt Nr. 559/1978; Inkrafttreten am 01.01.1979)

Gesamtvertrag mit Zahnärzten und Dentisten geschlossen

1980 Einführung der Mutter-Kleinkind-Erholung als freiwillige Leistung der Krankenversicherung
1981 Farmerlunge gilt als Berufskrankheit

Diätferien für Kinder in Hatzendorf eingeführt
1982

Wochengeld für Bäuerinnen
Bäuerinnen erhielten damit erstmals Betriebshilfe oder Wochengeld im Falle der Mutterschaft
(Betriebshilfegesetz, Bundesgesetzblatt Nr. 359/1982)

1983 Modernisierung der Verwaltung
Aufbau eines österreichweiten EDV-Terminalnetzes
1985 Verdoppelung der Schwerversehrtenrente und der Witwen-(Witwer)rente aus der bäuerlichen Unfallversicherung
1986 Asthma bronchiale gilt als Berufskrankheit
1989

Pensionsteilung zwischen Ehepartnern – die Bäuerin erhält die Hälfte der Pension des Ehegatten

Einführung des Zielgruppenmodells
Entsprechend dem Slogan „Vorbeugen - lindern - heilen“ ist die bäuerliche Sozialversicherung bestrebt, rechtzeitig jene gesundheitsgefährdeten BäuerInnen, die dringend ein Heilverfahren benötigen und dies vielleicht selbst noch gar nicht erkannt haben, zu erfassen.

1990

Teilzeitbeihilfe (Karenzgeld) für Bäuerinnen
(Betriebshilfegesetz, Bundesgesetzblatt Nr. 408/1990)

Versicherteninformation hat Tradition -
Geburtsstunde der Versichertenzeitung SVB-Aktuell;

Erholungsaufenthalte für Frauen in besonderen Situationen eingeführt

1992

Bäuerinnenpensionsversicherung
Die Forderung nach einer eigenen Pensionsversicherung für die Bäuerin konnte durchgesetzt werden. Nun können beide im Betrieb tätigen Ehepartner eigene Pensionsversicherungszeiten erwerben
(16. Novelle zum Bauern-Sozialversicherungsgesetz, 1.1.1992, Bundesgesetzblatt Nr. 678/1991)

Gesundheitsförderung
Einführung der Gesundheitsförderung als Pflichtaufgabe der Krankenversicherungsträger
(16. Novelle zum Bauern-Sozialversicherungsgesetz, 1.1.1992, Bundesgesetzblatt Nr. 678/1991)

Medizinische Hauskrankenpflege eingeführt

1993

Bundespflegegeld
Mit dem Pflegegeld wurde eine neue Leistung für pflegebedürftige Personen in sieben Stufen geschaffen.
(Bundespflegegeldgesetz, Bundesgesetzblatt 110/1993)

Schnelle und kompetente Versichertenberatung durch Einsatz modernster Technologien wie Laptop und Handy bei den Sprechtagen.

1994

Absenkung des Selbstbehaltes bei Spitalsaufenthalt von 20 auf 10 Prozent;

SVB-Beirat, der die Interessen der Pensionisten wahrnimmt, wird eingesetzt;

SVB erhält ersten Preis der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) für die SVB-Aktion „Kindersicherheit am Bauernhof“

1996

Gesundheits-Aktiv-Woche startet
Bei den Gesundheits-Aktiv-Wochen werden den Teilnehmern die drei Säulen der Gesundheit - Ernährung, Bewegung und seelisches Wohlbefinden - theoretisch, aber vor allem mit vielen praktischen Tipps und Übungen für zu Hause näher gebracht.

Fuchsbandwurmerkrankung gilt als Berufskrankheit

1998

Krankenschein für Bauern
Bauern, die früher die Arztkosten vorfinanzieren mussten und dann 80 Prozent der Arztkosten von der SVB erstattet erhielten, können seit dem 01.07.1998, wie andere Berufsgruppen auch, mit dem Krankenschein ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Erholungsaufenthalte für pflegende Angehörige zur Entlastung der pflegenden Personen eingeführt -
SVB widmet sich als erster Sozialversicherungsträger aktiv dieser Zielgruppe

1999

Neue bäuerliche Unfallversicherung
Erweiterung des Versicherungsschutzes und neues, den Bedürfnissen des land(forst)wirtschaftlichen Betriebes angepasstes Leistungsrecht.
(22. Novelle zum Bauern-Sozialversicherungsgesetz, Bundesgesetzblatt Nr. 140/1998)

Arbeitsmedizinische Woche startet
Unter dem Motto "Bewusst bewegt am Bauernhof" werden richtige Arbeitshaltungen, Arbeitsabläufe und das optimale Arbeits- und Erholungsmanagement eingeübt, damit die Arbeit mit mehr Lebensqualität gesund und sicher erledigt werden kann.

2000 Moderne Technik erleichtert die Verwaltung
EVD: PC-Vollausstattung
2001

Beitragsgrundlagenoption
Möglichkeit für Betriebsführer, die Beitragsgrundlage nach den Einkünften laut Einkommensteuerbescheid zu bemessen.

SVB-Strukturreform
Neue zentrale Organisationsstruktur mit einer Hauptstelle in Wien und Regionalbüros für die Kundenbetreuung in den Bundesländern;
Schaffung von Kompetenzzentren in einzelnen Regionalbüros.

Hofübergeberversicherung
Möglichkeit des Erwerbs von Pensionsversicherungszeiten für den Hofübergeber mit halber Beitragsgrundlage

Neuer Internetauftritt der SVB
Neue Wege in der Versicherteninformation

2002

Kinderbetreuungsgeld für alle Mütter oder Väter
(Kinderbetreuungsgeldgesetz, Bundesgesetzblatt Nr. 103/2004)

"Kleine Option" für Nebentätigkeiten
Wahlmöglichkeit auch bei der Beitragsbemessung für bäuerliche Nebentätigkeiten

Gründung der Büromanagement GmbH (SVD)
Gemeinsames Back-Office-Unternehmen der SVB und der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft

2003

Betriebsaufnahme der SVD

Gemeinsame Heilmittelverrechnung mit der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft

SVB startet mit dem Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz das Projekt „Qualitätssicherung in der Pflege“

EU-Projekt Tagesmutter im bäuerlichen Bereich

Erholungsaufenthalte für Männer in besonderen Situationen eingeführt
Spezielles Gesundheitsangebot auch für Bauern

2004

Maßnahmenpaket zur Sicherstellung der Finanzierung der bäuerlichen Krankenversicherung nach Aufheben der SVB-Mitgliedschaft am Ausgleichsfonds der Krankenversicherungsträger durch den Verfassungsgerichtshof
(Sozialrechtsänderungsgesetz 2004, Bundesgesetzblatt Nr. 105/2004)

Absenkung des fiktiven Ausgedinges auf 26 Prozent des jeweiligen Ausgleichszulagenrichtsatzes (weitere schrittweise Absenkung auf 20 Prozent bis 2009).
Die SVB-Forderung nach Erhöhung der Kleinstpensionen wird damit verwirklicht.

Neuer Bundesvertrag zwischen SVB und Maschinenring
Die SVB und die Maschinenringe arbeiten bei der Organisation der sozialen Betriebshilfe seit 1996 erfolgreich zusammen. Für die betroffenen bäuerlichen Familien bringt er zahlreiche Verbesserungen, wie beispielsweise eine höhere Unterstützung durch die SVB.

Leistungsinformation der Krankenversicherung an alle Versicherten
Neue Wege bei der Kosteninformation über erbrachte Leistungen.

2005

Harmonisierung der Pensionssysteme
(Allgemeines Pensionsgesetz, Bundesgesetzblatt Nr. 142/2004)

Einführung der e-card
Die ersten e-cards werden Ende Mai 2005 an die Versicherten gesandt. Der Ausgabezeitraum wird für ganz Österreich gesehen bis Mitte November 2005 laufen.

Auszug über Pensionsversicherungszeiten
Alle SVB-Versicherten erhalten bei Vollendung des 50. Lebensjahres einen Auszug über ihre Pensionsversicherungszeiten.
Die SVB ist der erste Sozialversicherungsträger, der dieses
Service anbietet.

2006 Erholungsaufenthalt 50plus
Ausstiegshilfe aus dem Erwerbsleben und Einstieg in die Pensionszeit

Teilprivatisierung
des bislang im Eigentum der SVB stehenden Rehabilitationszentrums in Bad Gleichenberg.
2008 Flexibilisierung des Kinderbetreuungsgeldes
Nunmehr stehen drei Varianten des Bezuges von Kinderbetreuungsgeld zur Auswahl

Selbstständigenvorsorge
"Pensionskassenmodell" auch für selbstständig Erwerbstätige

Einführung einer Rezeptgebührenobergrenze
Rezeptgebühren müssen pro Kalenderjahr nur mehr im Ausmaß von 2 Prozent des Jahresnettoeinkommens entrichtet werden.
2009 Kostenanteils-Befreiung bei ärztlichen Leistungen für Kindern
Kinder, welche als anspruchsberechtigte Angehörige bei den Eltern "mitversichert" sind, sind vom Behandlungsbeitrag bzw. von einer Kostenbeteiligung bei bestimmten Leistungen befreit.

Absenkung des Kostenanteils bei Heilbehelfen und Hilfsmitteln auf 10% im BSVG
Der Kostenanteil für Heilbehelfe und Hilfsmittel wird von 20% auf 10 % abgesenkt.
2010 Neue Bezugsvarianten des Kinderbetreuungsgeldes
Ab Jänner 2010 wurden zwei Bezugsvarianten wirksam: pauschal täglich 33 Euro oder einkommensabhängig jeweils maximal bis zum 12. Lebensmonat des Kindes bzw. 14. Lebensmonat bei Betreuung durch zweiten Elternteil.

Rehabilitation vor Pension - die berufliche Rehabilitation wird neue Pflichtleistung aus dem Versicherungsfall der Erwerbsunfähigkeit.

Teilprivatisierung aller übrigen im Eigentum der SVB stehenden Gesundheitseinrichtungen in Baden, Bad Hall, Bad Schallerbach und Bad Gastein.
2011 Entfall des Bundesbeitrages in der bäuerlichen Unfallversicherung.

Vereinheitlichung der Zuzahlung bei Rehabilitaions- und Kuraufenthalten
Ab 01.01.2011 erfolgt nunmehr eine einheitliche Regelung der Zuzahlungen bei Rehabilitationsaufenthalten, als auch bei Kur- und Genesungsaufenthalten in Form der nach dem Einkommen abgestuften Regelung.

Absenkung des fiktiven Ausgedinges von 20% auf 15% des Ausgleichszulagenrichtsatzes in Schritten bis 2014.

Härtefallregelung bei Erwerbsunfähigkeit
Spezieller Verweisungsschutz für stark leistungseingeschränkte Bäuerinnen und Bauern ab dem 50. Lebensjahr und damit leichteren Zugang zur Erwerbsunfähigkeitspension für schwer kranke Menschen. 

Ausweitung der FSME-Impfaktion
der SVB auf das gesamte Bundesgebiet.


Zuletzt aktualisiert am 09. Juni 2015