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Impfung

Grippeimpfung immer aktuell!


Nach Schätzung der WHO treten bei 5 bis 30 Prozent der Bevölkerung in der Wintersaison akute Infekte der Atemwege mit grippeähnlicher Symptomatik auf. Durch ein Überwachungssystem kann man schätzen wie viele Menschen davon wirklich influenzakrank sind.

Je nach Ausmaß der Grippeepidemie, die sich im übrigen von Ost nach West ausbreitet, infizieren sich zwischen 1 Prozent und einem Viertel aller 18 bis 64-jährigen Menschen mit Influenzaviren. Im schlimmsten Fall könnte es in Österreich hunderttausende echte Influenzafälle geben.

Der Krankheitsverlauf ist in den meisten Fällen, insbesondere für Jüngere relativ harmlos, hält allerdings mindestens 1 bis 2 Wochen an. Bei älteren Menschen oder Menschen mit schlechter Immunitätslage aufgrund von anderen Erkrankungen kann die Influenza jedoch auch schwere Krankheitssymptome bis hin zum Tod auslösen.

Somit die wird die prophylaktische Impfung zumindest für diese Bevölkerungsgruppe ab dem 60. Lebensjahr dringend empfohlen.

Eine weitere Indikation ergibt sich für Teilnehmer an Gruppenreisen zB anlässlich von Kreuzfahr­ten, hier geht man von einer erhöhten Gefährdung durch Grippeerkrankungen aus.

Im beruflichen Kontext wird die Grippeimpfung von Arbeitsmedizinern für medizinisches Personal, welches Kontakt mit Grippeerkrankten haben könnte, sowie für Menschen mit beruflichem Kontakt zu Geflügel oder Wildvögeln. Bei letzteren führt dies nicht zu einem Schutz vor der bekannten Vogelgrippe, sondern hier soll eine Grippeinfektion mit Vogelgrippe und humanem Grippevirus vermieden werden.

Eine Grippewelle führt aufgrund der Krankenstände für die Betriebe zu enormen Ausfallskosten , sodass auch aus wirtschaftlicher Sicht eine Betriebsgrippeimpfung sinnvoll erscheint. Viele Arbeit­geber fördert die Grippeimpfung als gesund­heitsfördernde Maßnahme im Betrieb.

Wenn große Teile der Bevölkerung jährlich gegen Grippe geimpft sind, ist betreffend einer gleich­zeitig vorkommenden Vogelgrippeepidemie die Wahrscheinlichkeit des Entstehens eines gefähr­lichen Supervirus wesentlich geringer!

Grundsätzlich geht man zudem davon aus, dass die Immunkompetenz der Menschen bei jährlich wiederholter Grippeimpfung immer besser wird. Dies ist ein Effekt den viele Grippeimpfungs­stammkunden berichten!

Die Nebenwirkungen der Grippeimpfung beschränken sich auf zumeist auf lokale Reaktionen an der Impfstelle. Hier kann es in 13 Prozent der Geimpften zu leichten Rötungen oder Schwellungen kommen. Selten verbunden mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl.

Diese Beschwerden klingen jedoch üblicherweise innerhalb von einem bis höchstens drei Tagen ab. Eine Grippeerkrankung kann durch die Impfung selber nicht ausgelöst werden. Alle anderen Komplikationen wie mögliche neurologische Komplikationen bis hin zu Schockgeschehen werden als extrem selten beschrieben. Personen mit einer Hühnereiweißallergie oder Unverträglichkeit von Neomycin, Tiomersal sollten jedoch nicht geimpft werden.


Die beste Prophylaxe ist die Grippeimpfung, jedoch besteht die Möglichkeit der Therapie auch mit bestimmte Medikamente (zBTamiflu). Nachteile sind — Medikamentengabe muss innerhalb von 48 Stunden nach Entstehung der Symptome erfolgen.

Das Vorliegen der Influenza muss sehr wahrscheinlich sein. Bei unkritischer Verwendung ist Resistenzbildung möglich. Die Krankheitsdauer wird bei normalen Verläufen nur wenig (kein bis ein Tag) verkürzt.

Zusammenfassung:
  • nicht jeder grippale Infekt ist eine Grippe (Arzt aufsuchen!)
  • Grippe kann man am Besten mit der Grippeimpfung bekämpfen
  • Dringende Empfehlung der Grippeimpfung für Senioren
  • Empfehlung der Grippeimpfung für medizinisches Personal und Personal mit Kontakt zu Geflügel und Wasservögel
  • Empfehlung der Grippeimpfung für Personen mit Parteien- und Publikumsverkehr
  • Betriebsgrippeimpfaktionen sind sinnvoll und wirtschaftlich
  • Die Grippeimpfung hat keine wesentlichen Nachwirkungen
  • Grippemedikamente sind nur nach strenger Indikation zu verwenden

Zuletzt aktualisiert am 12. März 2015