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Arbeitsbedingte Krankheiten


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Erkrankungen durch Pflanzenschutzmittel

Verwendung PSA beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft kann es auch zur Aufnahme dieser Chemikalien, vorwiegend über die Haut (Hände!) und über die Atemwege des Menschen kommen.

Falls Pflanzenschutzmittelmischungen unsachgemäß in Lebensmittelflaschen oder ähnlichen Gebinden abgefüllt werden, ist auch eine akute Vergiftung bei Verwechslung möglich.

Was die akute Giftigkeit der Pflanzenschutzmittel betrifft, so stehen Insektizide im Vordergrund. Die mögliche Giftwirkung ist in den Sicherheitsdatenblättern beschrieben, die grundsätzlich vor Einsatz einer Chemikalie von der Lieferfirma angefordert werden sollten.

Bei akuten Vergiftungssymptomen sollten einerseits die auf der Pflanzenschutzmittelverpackung ersichtlichen Erste Hilfe Maßnahmen ergriffen werden, andererseits Informationen über die Vergiftungszentrale, Tel.: 01 406 43 43, eingeholt werden.
Wenn es immer wieder zur Aufnahme von Pflanzenschutzmitteln über die Atemluft und die Haut kommt, können auch Langzeitschäden durch Pflanzenschutzmittel verursacht werden. Diese zeigen sich vor allen Dingen durch Symptome des Nervensystems, wie beispielsweise Wesensveränderungen, chronische Kopfschmerzen, Muskelschwäche. Man findet auch manchmal eine chronische Leberverfettung. Außerdem wird die Förderung der Krebsentstehung sowie die Beeinflussung der Fortpflanzungsfähigkeit als Folge von chronischer Pflanzenschutzmittelvergiftung diskutiert.

Auch hier ist die persönliche Schutzausrüstung (vor allem chemikaliendichte Handschuhe und Atemschutzmasken) entscheidend für den Gesundheitsschutz. Diesbezüglich bekommen Sie entsprechende Informationen durch die Mitarbeiter der Sicherheitsberatung der SVB.


linkErste Hilfe bei Intoxikation (67.2 KB)


Nähere Informationen erhalten Sie in den Merkblättern "Pflanzenschutz" und "Staubschutz", welche Sie kostenlos bestellen können.


linkMerkblatt "Pflanzenschutz" (721.6 KB)

linkMerkblatt "Staubschutz" (513.5 KB)

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Hüftgelenksabnutzung (Arthrose)

Röntgenbild Koxarthrose Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass gerade Bauern von der Hüftgelenksabnutzung betroffen sind. Skandinavische Autoren haben berichtet, dass die Hüftgelenksarthrose zehnmal häufiger in der Landwirtschaft als in der Normalbevölkerung vorkommt.

Neben angeborenen Fehlstellungen (Hüftgelenksdysplasie), Beinverkürzungen und verletzungsbedingten Faktoren (zB Schenkelhalsfraktur) sind in der Landwirtschaft ein langdauerndes Missverhältnis zwischen Belastung und Belastungsfähigkeit des Hüftgelenkes Ursache für die vorzeitige Gelenksabnutzung.

Typische Beispiele für besondere Belastungen des Hüftgelenkes wären Schweres Heben und Tragen, Stehen und Gehen in steilem oder unebenem Gelände, langes Traktorfahren.

Treten vor allen Dingen nächtlich oder auch frühmorgens bzw. nach längerem Sitzen Schmerzen im Hüftgelenk auf, die sich nach einiger Zeit der Bewegung bessern, so sollte der Arzt aufgesucht werden. Häufig strahlen auch Kreuzschmerzen in die Hüftgelenke aus und werden mit einer Hüftgelenkssymptomatik verwechselt. Besonders wichtig ist, dass Vermeiden von Übergewicht als weiteren Risikofaktor. Arbeiten, die mit viel Stehen verbunden sind, sollten im Sitzen bzw. mit einer Stehhilfe erledigt werden (Bügeln, Küchenarbeit, etc.).


linkMerkblatt "Ergonomie" (736.0 KB)

linkMerkblatt "Gesundes Bewegen - Gesundes Arbeiten" (752.9 KB)

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Chronische (obstruktive) Lungenerkrankung

Arbeiten bei Staubbelastung Bauern sind einer Vielzahl von verschiedenen Staubarten in zum Teil hohen Konzentrationen ausgesetzt. Beispiele sind hier Heu, Stroh, Getreide, Hühnerfedern, Rinderhaare und Sägemehl (Einstreu). Damit Staub lungenschädigend sein kann, muss der Durchmesser der Staubteilchen kleiner als 5 µm sein. Dann erreicht er die Bronchien und Lungenbläschen. Zudem mischt sich, beispielsweise im Schweinestall, Ammoniakgas mit der Luftfeuchtigkeit, sodass die Schleimhäute zusätzlich gereizt werden.

Die chronische Staubbelastung bei regelmäßiger täglicher intensiver Exposition über mehrere Stunden führt in 20 Prozent der Fälle nach sieben bis zehn Jahren zu einer Lungenfunktionseinschränkung im Sinne einer chronischen Bronchitis mit Verengung der tiefen Atemwege. Ursache ist eine durch den Staub ausgelöste chronische Entzündung der Bronchialschleimhäute, welche zu Husten, vermehrte Schleimproduktion, Verengung der Atemwege verbunden mit Belastungsatemnot, führt.

Wenn insbesondere im Winter eine Hustenperiode mehr als sechs Wochen andauert, sollte unbedingt der Hausarzt aufgesucht werden, um die Erkrankung abzuklären und eine Behandlung einzuleiten, die heut zu Tage problemlos mit inhalierbaren Medikamenten möglich ist.

Schutz vor dieser Erkrankung bietet natürlich die Staubreduktion bzw. wenn dies nicht möglich ist, das Tragen von Feinstaubatemschutzmasken der Filterstufe FFP 2.


linkMerkblatt "Persönliche Schutzausrüstung - PSA" (875.4 KB)

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Organic - Toxic - Dust - Syndrom (OTDS - 'Dreschfieber')

Arbeiten unter enormen Belastungen Bei sehr starker Staubbelastung der Atemwege mit organischem Staub, der Schimmelpilzsporen bzw. Bakterien enthält, zB bei der Manipulation von länger gelagertem Heu (früher Dreschen von Getreide) kommt es nach einigen Stunden zu einem grippeartigen Beschwerdebild mit Schüttelfrost, Fieber, Muskel- und Gelenkbeschwerden, trockenem Husten und vorübergehender Lungenfunktionseinschränkung. Typisch ist, dass sich der Betroffene wieder innerhalb von Stunden jedenfalls bis zum nächsten Arbeitstag erholt.

Es handelt sich hierbei um eine Entzündungsreaktion, auf die in Staub enthaltenen Bakterien- und Schimmelpilzgiftstoffe. Nur bei sehr hohen Konzentrationen kann ein Organic-Toxic-Dust-Syndrom ausgelöst werden.

Eine Therapie ist, nachdem es sich hierbei nur um vorübergehende Beschwerden handelt, meist nicht notwendig. Man sollte sich jedoch bei allen inhalativen Belastungen durch entsprechende Atemschutzmasken der Stufe FFP 2 schützen, da das Risiko der Entwicklung einer chronischen Bronchitis besteht.


linkMerkblatt "Staubschutz" (513.5 KB)

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Sonnen-(UV-)licht bedingte Hauterkrankungen

Sonnenschutz am Feld Langjährige, arbeitsbedingte Sonnen-(UV-)lichteinstrahlung kann bei Bauern und Bäuerinnen zu Hautveränderungen, wie vorzeitige Hautalterung, Augenlinsentrübung und Verdickung der Hornschicht führen.

Außerdem besteht das Risiko, dass sich Hautkrebs, wie das Basaliom und Plattenepithelkarcinom entwickeln. Häufige Sonnenbrände können das Entstehen eines malignen Melanoms mitverursachen.

Daher sollten sich auch Bauern und Bäuerinnen von der Jugend weg unbedingt vor Sonne, auch während der Arbeit schützen. Dies kann durch entsprechende Kleidung, die insbesonders die Schultern, den Nacken und den Kopf schützt, und zumindest durch die Verwendung von hochwertigen Sonnenschutzmitteln (Spray, Creme) mit Sonnenschutzfaktor 20 - 25, je nach Hauttyp, geschehen.


linkMerkblatt "Sonne und Gesundheit" (448.4 KB)


Dem Sonnenbrand vorbeugen

Zuletzt aktualisiert am 12. März 2015