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Berufskrankheit


Ganz bestimmte Krankheiten, die nachweisbar durch eine berufliche Tätigkeit hervorgerufen werden, gelten als Berufskrankheiten.

Welche Krankheiten als Berufskrankheiten gelten, zählt eine Berufskrankheitenliste im ASVG genau auf (Derzeit gibt es 53 Berufskrankheiten). Darüber hinaus besteht noch die Möglichkeit, im Einzelfall eine Krankheit als Berufskrankheit anzuerkennen, wenn diese ausschließlich oder überwiegend durch die berufliche Verwendung schädigender Stoffe oder Strahlen entstanden ist (Generalklausel). Dazu braucht die SVB jedoch die Zustimmung des Bundesministers für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz.


Zur Info:
Durch die Generalklausel kann immer nur eine Krankheit, die ihrer Art nach nicht im ASVG bereits enthalten ist, im Einzelfall als Berufskrankheit anerkannt werden, es kann jedoch keine der dort festgesetzten Bedingungen durch die Generalklausel ersetzt werden.

Die SVB hat somit im Einzelfall durch fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse den Nachweis zu führen, dass ein Kausalzusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Krankheit insofern besteht, als dass die Krankheit duch schädigende Stoffe oder Strahlen hervorgerufen wurde.

Anspruch auf Betriebsrente besteht in diesen Fällen nur, wenn die Minderung der Erwerbsfähigkeit über ein Jahr nach Eintritt des Versicherungsfalles hinaus mindestens 50 Prozent beträgt.


In der Land- und Forstwirtschaft kommen als Berufskrankheiten besonders solche vor, die von Tieren auf Menschen übertragen oder durch schädliche Stoffe (Dünge-, Spritzmittel) verursacht werden. Auch bestimmte Atemwegs- und Lungenerkrankungen - z.B. die Farmerlunge und Asthma bronchiale - gehören dazu.

Durch Impfaktionen der SVB, welche seit vielen Jahren durchgeführt werden, konnten FSME-Erkrankungen ("Zeckenkrankheiten") im bäuerlichen Bereich deutlich reduziert werden. Sicheren Schutz vor der Zeckenkrankheit bietet die rechtzeitige, für Versicherte der SVB kostenlose Impfung.

Liste der Berufskrankheiten

Die meisten Berufskrankheiten gelten als solche unabhängig davon, in welchem Unternehmen die krankheitsauslösende Tätigkeit ausgeübt wurde ("Alle Unternehmen"). Einige Krankheiten sind zur Anerkennung als Berufskrankheit auf bestimmte Unternehmen beschränkt (z.B. Nr. 38 Infektionskrankheiten auf Krankenhäuser, Schulen etc.).

Bei bestimmten Krankheiten werden neben dem Bestehen der Krankheit noch zusätzliche Voraussetzungen gefordert.

So setzt die Anerkennung von Asthma bronchiale als Berufskrankheit (Nr. 30) die erzwungene Aufgabe der gefährdenden Tätigkeiten voraus. Der Versicherungsfall kann daher nicht vor Aufgabe der schädigenden Erwerbsarbeit eintreten. Eine gänzliche Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit bzw. der Mitarbeit im land(forst)wirtschaftlichen Betrieb ist nicht erforderlich. Ob die geforderte Aufgabe der gefährdenden Tätigkeit vorliegt, ergibt sich aus dem Vergleich der Arbeitssituationen vor der Erkrankung und zum Feststellungszeitpunkt.

Zuletzt aktualisiert am 12. März 2015