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Auszug aus Berufskrankheitenliste


 gefüllter Chemikalienschrank Organische Phosphorsäureester (Organophosphate) sind Substanzen, die in der Landwirtschaft und in Gärtnereibetrieben als Insektizide verwendet werden (Pflanzenschutzmittel).

Organophosphate werden gut über die Haut resorbiert, weshalb entsprechende Nitril- oder Neoprenhandschuhe beim Ansetzen der Spritzbrühe verwendet werden sollten.

Akute Vergiftungen sind selten und sind meistens auf Unfälle (Verwechslung) zurückzuführen. Sie zeigen sich mit typischen Symptomen, wie Knoblauchgeruch der Atemluft, bläuliche Verfärbung der Lippen, engen Pupillen, Tränen-, Speichelfluss, Atemnot, Bauchkrämpfe, eingeschränktem Bewusstsein, erniedrigtem Blutdruck bis Kollaps und Muskelschwäche.

Diese Symptome können teilweise von Seiten des Herz-Kreislauf- bzw. des Zentralnervensystems Wochen bis Monate andauern.
Bei chronisch-erhöhter Exposition können Organophosphate zur Entwicklung eines Asthma bronchiale oder einer Beschädigung der Nervenscheiden führen, was eine Symptomatik wie bei einer Polyneuropathie auslösen kann. Gefährlich ist die gleichzeitige Exposition mit Organophosphaten und Pyretroiden, was zu verstärkten neurologischen Beschwerden führen kann.


linkMerkblatt Pflanzenschutz (721.6 KB)

 Spritzen im Gewächshaus  


Bei regelmäßiger Verwendung von Insektiziden vom Typ der Organophosphate besteht ärztliche Untersuchungspflicht für angestellte Landarbeiter bzw. Gärtner zur Gesundheitsüberwachung.

Bei Verwendung der entsprechenden persönlichen Schutzausrüstung und Einhalten bestimmter Expositionszeiten (max. 120 Stunden mindergiftige, 60 Stunden giftige PSM pro Jahr; gemäß Sicherheitsdatenblatt) sind keine pestizidanwendungstypischen Veränderungen der Laborwerte, zB der Leberfunktionsproben, zu erwarten.

Während der Spritzsaison wurden Schwankungen der Geschlechtshormonspiegel und der Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen beschrieben, wobei die Bedeutung dieser Beobachtung für die Entstehung von bestimmten Krankheiten noch nicht genau geklärt ist (zB Reaktion des Immunsystems).

Fazit: Bei Verwendung von Insektiziden sollte die Kombination mit anderen Pflanzenschutzmitteln vermieden, begrenzte Anwendungszeiten (sh. oben) eingehalten und die entsprechende persönliche Schutzausrüstung, wie Nitril- und Neoprenhandschuhe, flüssigkeitsabweisende Schutzkleidung sowie Filterhalbmasken verwendet werden.

 Schutzhandschuhe  

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Erkrankungen durch Schwefelwasserstoff Berufskrankheit Nr. 14

  MB Güllegruben Eine Exposition gegenüber Schwefelwasserstoff tritt in der Landwirtschaft im Rahmen der Manipulation von Jauche in Gruben (Aufrühren), Tank- und Güllefahrzeugen (Befüllen, Entleeren, Feldspritzen) auf. Es handelt sich hierbei um ein farbloses, giftiges Gas , welches auch in starker Verdünnung einen intensiven Geruch nach faulen Eiern aufweist. Schwefelwasserstoff ist brennbar und im Gemisch mit Luft explosionsfähig.

Es wirkt reizend auf die Schleimhäute, der Augen, der Nase und des Mundes. In höherer Konzentration kommt es zur Lähmung der Riechnerven, sodass Schwefelwasserstoff geruchlich nicht mehr wahrgenommen werden kann.

Die Symptome sind konzentrationsabhängig und beginnen mit einer Reizung der Augen- und der Luftwege. Bei höheren Konzentrationen kommt es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheitszuständen, Gleichgewichtsstörungen, Blutdruckabfall, Zeichen des Lungenödems mit Brodeln beim Atmen und Atemnot. In der Folge Krämpfe und Bewusstlosigkeit. Der Tod tritt durch Atemlähmung ein. Spätschäden können sein psychiatrische Symptome, psychovegetatives Syndrom (wie Neigung zu Ängstlichkeit, Kopfschmerzen, vorzeitige Erschöpfbarkeit etc.), sowie eine chronische Überempfindlichkeit der Bronchien mit Reizhusten.

Präventiv ist für eine gute Belüftung zu sorgen, sowie die Verwendung von entsprechenden Atemschutzmasken. Diesbezüglich erteilt die Sicherheitsberatung der Sozialversicherungsanstalt der Bauern weitere Auskünfte.


linkMerkblatt Güllegruben (678.1 KB)

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Beruflich bedingte Hautkrankheiten

Berufskrankheit Nr. 19

  Merkblatt Hautschutz Beruflich verursachte Krankheiten sind außerordentlich häufig, wobei ein Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit aus folgenden Gründen oft nur schwer nachzuweisen ist.

1. Allergieauslösende Stoffe (zB sehr häufig Duftstoffe, Nickel, Kobalt), wirken auch im außerberuflichen Bereich zB Kosmetika, Modeschmuck

2. Zu einer Erkrankung kommt es oft nur aufgrund des Zusammenspieles verschiedener Faktoren, wie Hauttyp, Hautzustand, Pigmentierung und
klimatische Faktoren.

Berufliche Hauterkrankungen können verursacht werden durch
  • chemische Belastungen in Form von allergisierenden oder giftig auf die Haut wirkenden Stoffen,
  • Säuren, Laugen, Lösemittel, Pflanzenschutzmittel
  • biologische Stoffe wie Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten, aber auch bestimmte Pflanzen
  • ständige Feuchtigkeit und Nässe
  • Kälte
  • UV-Strahlung
  • ständige mechanische Einwirkungen wie Druck, Reibung, usw.


 Phototoxisches Ekzem  

 Sonnenbrand Am häufigsten zeigt sich die berufliche Hautkrankheit als allergisches oder degeneratives (Abnutzungs-) Ekzem an den am meisten exponierten Händen und Armen.

Ein Ekzem kann akut oder chronisch verlaufen, je nach dem wie lange die Hautbelastung einwirkt. Grundsätzlich zeigt sich ein Ekzem als Rötung der Haut mit Bläschenbildung, Nässen, Krusten, teilweise Schuppen und Jucken. Häufig kommt es auch zur Ausbildung von Hautrissen (Rhagaden).

Eine weitere Hauterkrankung, die aufgrund einer Allergie gegen berufliche Stoffe auftreten kann, ist die Urtikaria. Hierbei kommt es zum Auftreten von juckenden, rot geschwollenen flächigen Quaddeln, die zusammenfließen können.
Hautpilzerkrankungen werden einerseits durch feuchtwarmes Milieu gefördert, andererseits gibt es in der Landwirtschaft auch von Tieren auf den Menschen übertragbare Pilzerkrankungen, zB Kälbergrind.

Nachdem Bauern naturgemäß auch stark der Sonne ausgesetzt sind, treten in der Landwirtschaft gehäuft UV-strahlungsbedingte Hautveränderungen und –erkrankungen auf, wie beispielsweise die sogenannte Landsmannhaut (aktinische Keratose) und das Plattenepithelkarzinom (Hautkrebs). Das maligne Melanom wird in der Landwirtschaft eher nicht als berufsbedingt angesehen. Gerade bei älteren Bauern und Bäuerinnen treten auch sogenannte Basaliome auf, zB an besonders sonnenexponierten Arealen, wie Ohren, Nase, Stirn. Es handelt sich hierbei um einen lokal wachsenden, nicht metastasierenden Hauttumor, der auch UV-strahlungsbedingt sein kann.

Um Hauterkrankungen in der Landwirtschaft zu vermeiden, sind entsprechende Hautschutzmaßnahmen zu ergreifen, wie zB das Verwenden von Handschuhen und je nach Belastung und Hauttyp Hautschutzcremen oder –salben. Hautinfektionen werden üblicherweise bei entsprechender Hygiene und dem Vermeiden von feuchtkaltem Milieu hintangehalten. Wesentlich ist auch die schonende Hautreinigung und Pflege nach der Arbeit.

Besteht der Verdacht auf beruflich bedingte Hauterkrankung, so sollte dies über den Facharzt für Hauterkrankungen abgeklärt werden.

 Lippenkarzinom  

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Weißfingerkrankheit (Vasospastisches Syndrom) Berufskrankheit Nr. 20 (Erkrankungen durch Erschütterung bei der Arbeit mit Maschinen, z.B. Motorsägen)

 Arbeiten mit der Motorsäge Motorsägen produzieren Schwingungen von hoher Frequenz (über 50 Hz). Diese schädigen die Blutgefäße und Nervenstrukturen der Hand, wodurch Fingertaubheit, Fingerbrennen, Ameisenlaufen und Kribbeln verursacht werden.
 
Bei weiterer Schädigung  kommt es zu Durchblutungsstörungen und zu einem Weißwerden der Fingerspitzen nur bei gelegentlichen Anfällen, später zu einem Weißwerden der ganzen Finger, meist beider Hände mit häufigen Attacken.

Diese Beschwerden treten insbesondere in der kalten Jahreszeit auf oder bei feucht-kühlem Wetter im Sommer. Typisch für die Erkrankung ist, dass die Wiedererwärmungszeit der Finger verlängert ist. Das Vollbild der Erkrankung heißt vasospastisches Syndrom oder Weißfingerkrankheit, wobei verschiedene klinische Stadien unterschieden werden.

Betroffen sind vor allen Dingen Landwirte, die vorwiegend Holzwirtschaft betreiben und daher sehr häufig mit der Motorsäge arbeiten. Schutz vor der Weißfingerkrankheit bieten handgeführte Motorsägen mit Antivibrationssystemen , heizbaren Motorsägengriffen und Motorsägen mit einem möglichst geringem Gewicht.

Zudem sollte das Auskühlen bzw. Nasswerden der Hände vermieden werden. Antivibrationshandschuhe sind teilweise unwirksam, daher sollten nur geprüfte Handschuhe verwendet werden.

 Gesundheitsschädigung durch Schwingungen
Weitere Gesundheitsprobleme bei Einwirkung von Schwingungen:

Naturgemäß kommt es auch zur Einleitung von Schwingungen jedoch mit niedrigerer Frequenz in die aufgerichtete Wirbelsäule zB über den Traktorsitz, wodurch eine Schädigung insbesondere der Bandscheiben möglich ist. Diese Folgen von Ganzkörperschwingungen sind jedoch nicht als Berufskrankheit anerkannt.

Wichtig ist daher auch die technische Reduktion der Ganzkörperschwingungen durch Verwendung eines luftgefederten Gesundheitssitzes bzw. bei mechanischer Sitzfederung die genaue Abstimmung auf die Resonanzschwingung des Traktors und des Körpergewichtes des Benutzers.


linkMerkblatt Motorsäge (652.2 KB)

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Allergische Nasenschleimhautentzündung (Rhinopathie) Allergisches Asthma bronchiale Berufskrankheit Nr. 30

 Heuschnupfen Das Wesen der Erkrankung ist eine allergische Entzündung und Schwellung der Nasen- und Bronchialschleimhaut. Die allergieauslösenden Substanzen sind u. a. Lagermilben, Rinderhaare (Tierpflege), Heu und Getreide (= Allergen).

Die allergische Nasenschleimhautentzündung wird heute als Vorstufe des allergischen Asthmas angesehen (Etagenwechsel der Allergie) und sollte deshalb bereits konsequent behandelt werden. Auch sollte schon in diesem Statium Atemschutz getragen werden.

Bei Exposition gegenüber dem Allergen von Seiten der Nase tritt vermehrt anfallsweises Niesen, Nasenjucken und vermehrter Nasenfluss auf.
 
Von Seiten der Bronchien kommt es vor allen Dingen zu anfallsweiser Atemnot beim Ausatmen (Ziehen/Giemen)verbunden mit Husten bzw. Auswurf von zähem, glasig, weißlichen Schleim.

Die Beschwerden können gut mit inhalierbaren Medikamenten vom Arzt behandelt werden. Sie führen jedoch bei jahrelangem Bestehen zu Folgekrankheiten, wie beispielsweise der Lungenbläschenerweiterung.

Betroffene sollten bei Staubarbeiten jedenfalls Atemschutzmasken oder -helme der Stufe FFP2 tragen bzw. so möglich, die Exposition vermeiden.


linkMerkblatt Staubschutz (513.5 KB)

linkMerkblatt Persönliche Schutzausrüstung (PSA) (875.4 KB)

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Lärmschwerhörigkeit Berufskrankheit Nr. 33

  Merkblatt Lärm Eine der häufigsten Berufskrankheiten ist die Lärmschwerhörigkeit, die durch das jahrelange Einwirken von Lärm mit einem Schallpegel über 85 dB (A) auf das Gehör entsteht. Es handelt sich hierbei um eine bleibende, nicht behandelbare Schädigung des Innenohres.

Krankmachenden Lärm erkennt man daran, dass in einer Entfernung von 1m nur noch mit Zurufen eine Verständigung möglich ist.

Beispiele für Arbeiten, bei denen krankmachender Lärm auftritt, sind:
  • Maishäckseln
  • Arbeiten mit Heugebläse
  • Arbeiten mit Kreis- und Motorsäge
  • Schleifen und Schneiden mit dem Winkelschleifer
  • Arbeiten im Schweinestall (Füttern, verladen, ...)

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Subjektiv wird die Lärmschwerhörigkeit meist erst relativ spät bemerkt, da beim Gehör zunächst nur der Hochtonbereich betroffen ist. Je weiter sich jedoch der Hörverlust auf die tiefen Töne ausdehnt, desto mehr ist die Sprachverständlichkeit beeinträchtigt. Besonders bei gleichzeitigem Vorhandensein von Umweltgeräuschen wird die Verständigung durch verwaschenes Hören gestört. Das kann zu gefährlichen Situationen, insbesondere bei der Holzarbeit, führen, da Warnrufe oder Signale nicht mehr wahrgenommen werden können.

Typischerweise manifestiert sich die Lärmschwerhörigkeit ausschließlich an beiden Ohren. 

ACHTUNG: Lärmschwerhörigkeit ist nicht heilbar.  

Die Diagnose erfolgt mittels einer speziellen Gehörprüfung (Audiogramm) bei gleichzeitigem Abschätzen der Lärmexpositionszeiten.

Auch ein Knall (Schuss, Böller) oder eine Explosion kann zu einer bleibenden, jedoch dann sofort auftretenden Schwerhörigkeit bis hin zur Taubheit führen.
Die einzige Möglichkeit sich vor Lärmschwerhörigkeit zu schützen, ist das Tragen von Gehörschutz. Moderner Lärmschutz dämmt lediglich die krankmachenden Lärmspitzen, wobei gleichzeitig eine Sprachverständigung möglich ist. Über die richtige Auswahl des Lärmschutzes können die Sicherheitsberater der SVB Auskunft geben.


linkMerkblatt Lärm (326.9 KB)

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Von Tieren auf Menschen übertragbare Krankheiten (Zoonosen) Berufskrankheit Nr. 39

 Gesundheitsgefährdung durch Tierhaltung Unter Zoonosen versteht man Infektionskrankheiten der Tiere, die in natürlicher Weise vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Dies erfolgt über Kontakt mit Körperausscheidungen (Kot, Harn, Speichel, Geburtsflüssigkeiten, Schleimabsonderungen) und natürlich auch über Fleischrohprodukte und nicht abgekochter Milch.

In den meisten Fällen kommt es zu einem symptomlosen Durchmachen der Infektion, wobei man jedoch die durchgemachte Krankheit im Blut nachweisen kann.

Allerdings gibt es auch Zoonosen, die zu körperlichen Schäden führen können, wie beispielsweise die Parasitosen (Fuchsband-, Hunde- oder Katzenspulwurmerkrankung.

 Echinococcus  


Neueste Studien zeigen, dass in der Landwirtschaft Zoonosen vorwiegend von Hunden und Katzen übertragen werden. Darüber hinaus haben Tierärzte, Schlachthofarbeiter und Jäger ein erhöhtes Risiko zu erkranken.

Eine besondere Gefährdung tritt bei der Geburtshilfe auf, auch bei der Stallreinigung mittels Hochdruckreiniger, bei Kontakt mit streunenden Hunden und Katzen sowie unabsichtlicher Kontakt mit Ratten- oder Mäusekot.

Man schützt sich hauptsächlich durch hygienische Maßnahmen, wobei das gründliche Händewaschen nach Kontakt mit Tieren im Vordergrund steht. Bei der Geburtshilfe sollten Stulpenhandschuhe verwendet werden bei Arbeiten mit dem Druckreiniger Atemschutz und Schutzbrille. Kleinste Wunden sollten sofort entsprechend versorgt werden.

Wichtig ist auch die regelmäßige Entwurmung der hofeigenen Hunde und Katzen. Vor allem streunende Tiere sollten von Kindern ferngehalten werden. Vorbeugend wirkt auch die Ratten- und Mäusebekämpfung am Hof.

Einen Basisschutz vor Erkrankung bieten auch die entsprechenden Impfungen gegen Wundstarrkrampf, Kinderlähmung, Diphtherie und Frühsommermeningoenzephalitis (Zeckenimpfung).

Aktuelles zur Vogelgrippe (Aviära influenza)

Nach wie vor werden in Mitteleuropa Infektionen von Wildvögeln mit dem hoch pathogenen Vogelgrippevirus vom Typ H5N1 Asia festgestellt. Es handelt sich hierbei vorwiegend um Wasservögel.

In Nutzflügelbeständen hat es bisher zwei Ausbrüche in Deutschland und Frankreich mit Infektionen durch H5N1 Asia gegeben. Weltweit erkrankten bislang mehr als 200 Personen , fast alle in Südostasien nach engem Kontakt zu infiziertem Geflügel. Das heißt, sich mit dem Geflügelpestvirus zu infizieren, ist hier in Europa sehr gering, wenn die bisher empfohlenen hygienischen Maßnahmen bei Auffinden von toten Wasservögeln bzw. beim allfälligen Ausbruch der Geflügelpest in Nutztierbeständen strikt beachtet werden.

Die Risikoeinschätzung der Experten für die Entstehung eines neuen Mensch-zu-Mensch übertragbaren Influenzavirus, der eine weltweite Grippewelle (Pandemie) auslösen kann, ist nach wie vor hoch, nachdem es vor allem im Südostasien und in China nach wie vor zu Vogelpestausbrüchen kommt. Einzelne Ausbrüche in Nutztierbeständen in Industrieländern haben hier aufgrund des weit geringeren direkten Kontaktes mit den erkrankten Tieren und deren Ausscheidungen keine so große Bedeutung wie in Asien.

Die Empfehlung für die regelmäßige, jährliche Durchführung der Grippeschutzimpfung bleibt aufrecht!


linkInformation für Geflügelhalter (54.5 KB)

linkInformation zur Vogelgrippe (121.7 KB)

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Toxisch-irritatives Asthma bronchiale Berufskrankheit Nr. 41

 Stallarbeit Hierbei kommt es zu einer rein entzündlichen Schwellung der Bronchialschleimhäute bei Exposition gegenüber reizend bzw. giftig (toxisch) wirkenden Staubbestandteilen, die ausschließlich beruflich vorkommen, wie z.B. Heustaub, Futtermittelstaub, aber auch Bestandteilen von Bakterien- oder Pilzzellwänden.

Voraussetzung ist, dass eine besondere Empfindlichkeit (Hyperreagibilität) der Schleimhäute vorliegt.

Die Betroffenen reagieren von den Beschwerden her mit einem typischen Asthmaanfall, d. h. mit ausatmungsbetonter Atemnot, mit hörbarem Ziehen und Giemen, Hustenanfällen und Auswurf von zäh - glasigem, weißlichem Schleim.

Es handelt sich hierbei definitiv nicht um eine allergische Reaktion , was für die Behandlung wichtig ist. Patienten mit einem toxisch-irritativen Asthma bronchiale vertragen auch andere Reizstoffe in der Landwirtschaft nicht, wie beispielsweise Ammoniak aus der Schweinestallluft, Schwefelwasserstoff als Bestandteil der Gülleausgasungen und Nitrosegase, welche in der Siloabluft enthalten sind.

Die medikamentöse Behandlung konzentriert sich wiederum auf inhalierbare Medikamente.

Natürlich ist auch hier das Vermeiden von entsprechenden Staubexposition bzw. das Tragen von Atemschutz der Stufe FFP 2 unbedingt notwendig.

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Allergische Alveolitis vom Typ der Farmer- Winzerlunge Berufskrankheit Nr. 43

 Bauer mit Staubschutz










Bei der Farmerlunge kommt es zu einer verzögerten allergisch-entzündlichen Reaktio n im Bereich der Lungenbläschen, sodass der Übergang von Luftsauerstoff in das Blut behindert wird. Die häufigsten Allergene sind Pilz- und Bakteriensporen , die auf organischem feuchtem Material, wie beispielsweise Heu, Obst, Weintrauben, Hackschnitzeln, etc. wachsen.

Die Beschwerden zeigen sich einige Stunden nach der Staubexposition mit grippeähnlichen Symptomen. Es tritt Schüttelfrost auf, eventuell kurzzeitiger Fieberanstieg, häufig auch verbunden mit Husten und Atemnot. Diese Beschwerden klingen bis zum nächsten Tag ab.

Es gibt jedoch auch eine sich schleichend entwickelnde Erkrankungsvariante, bei der es zu einem langsamen Leistungsabfall und zunehmender Atemnot bei Belastung kommt. Diese Art der Farmerlunge ist häufig noch verbunden mit einer chronischen Bronchitis.

Eine besondere Gefährdung der Grünlandbauern aufgrund der täglich wiederkehrenden Heufütterung, vor allen Dingen in den Wintermonaten, ist gegeben.

Bei Früherkennung der Erkrankung sind einerseits medikamentöse Maßnahmen, jedoch hauptsächlich das regelmäßige Tragen von Atemschutzmasken oder -helmen und die Durchführung von technischen staubmindernden Maßnahmen erfolgreich, sodass heutzutage in den meisten Fällen die Erkrankung gestoppt werden kann.

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Adenokarzinom der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen durch Staub von Buchen oder Eichenholz Berufskrankheit Nr. 45

Wenn im Rahmen einer landwirtschaftlichen Nebentätigkeit, zB bäuerlichem Holzkunsthandwerk, regelmäßig Eichen- und Buchenholz verarbeitet wird, kann durch das Einatmen von Eichen- und Buchenholzstäuben ein Adenokarzinom im Bereiche des Nasenganges oder der Nasennebenhöhlen entstehen.

Diese Erkrankung tritt frühestens nach 25 – 30 Jahren regelmäßigen Arbeitens mit Buchen- und Eichenholzstäuben auf und äußerst sich durch einseitig behinderte Nasenatmung sowie seltener durch immer wiederkehrendes Nasenbluten.
Bauern, die über Jahrzehnte mit Eichen- und Buchenholz gearbeitet haben, sollten sich daher von einem Hals- Nasen- Ohrenarzt untersuchen lassen.

Auch hier ist der Schutz vor dem schädigenden Stoff am Wichtigsten, d. h. das Tragen von entsprechenden Feinstaubmasken der Stufe FFP 2.

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Durch Zeckenbiss übertragbare Krankheiten: Frühsommermeningoenzephalitis Berufskrankheit Nr. 46

 blutsaugende Zecke Frühsommermeningoenzephalitis (FSME)
Die FSME Erkrankung tritt bei ungeimpften Bauern vor allen Dingen in Kärnten und in der Steiermark auf. Allerdings sind auch alle anderen Bundesländer, mit der Ausnahme Vorarlbergs, betroffen. Die Krankheit wird durch Zeckenbiss übertragen und verursacht in einem Großteil der Fälle nur grippeähnliche Symptome, die längstens eine Woche dauern.

Bei einem Drittel der Infizierten kommt es spätestens eine Woche nach dem Zeckenbiss zu einer Hirnhautentzündung , die in den meisten Fällen mild, selten jedoch mit Symptomen, wie Bewusstseinseintrübung, Nackensteifigkeit, Gangstörungen einhergeht. Bei ca. 10 Prozent dieses Patientengutes kommt es zu schmerzhaften Lähmungen, die auch als bleibender Schaden persistieren können.

Der einzig wirksame Schutz gegen die Erkrankung ist die FSME Schutzimpfung, die alle  fünf Jahre (drei Jahre bei Personen über 60) aufgefrischt werden sollte.

Vor allen Dingen ältere BäuerInnen sind gehäuft von der FSME betroffen, da sie meinen, eine natürliche Immunität gegenüber dieser Erkrankung im Laufe ihres Arbeitslebens entwickelt zu haben, was aber nicht der Fall ist. Daher sollten sich auch ältere Personen konsequent gegen FSME impfen lassen.

Im Übrigen werden die Kosten für die FSME Impfung bei Landwirten von der Sozialversicherung im Rahmen eines Kostenzuschusses übernommen .

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Durch Zeckenbiss übertragbare Krankheiten: Borreliose Berufskrankheit Nr. 46

 Erscheinungsbild der Borreliose Borreliose

Die Borreliose wird auch von Zecken übertragen , jedoch wird diese Erkrankung von Bakterien verursacht, gegen die es derzeit noch keinen vorbeugenden Impfschutz gibt. Jedoch kann bei richtiger Diagnose eine Antibiotikabehandlung durchgeführt werden. Bei einem Viertel der von einem Zeckenbiss betroffenen Menschen kommt es zu einem Krankheitsbild, welches typischerweise in 3 Phasen verläuft.

Phase 1 ist gekennzeichnet durch einen typischen roten Fleck , der sich vergrößert und in der Mitte abblassen kann, sodass er auch eine unregelmäßige Ringform annehmen kann. Verbunden ist diese Hauterscheinung mit grippeähnlichen Beschwerden.

Phase 2 tritt nach maximal 2 Monaten nach der Ansteckung auf und ist verbunden mit Nervenschmerzen und auch Lähmungen typischerweise der Gesichtsnerven. Weiters können die Leute Gelenksbeschwerden haben und Herzrhythmusstörungen.

Phase 3 ist gekennzeichnet durch bleibende Lähmungen , chronische Gelenksentzündungen sowie chronische Hautveränderungen. Diese bleibenden Schäden wirken noch Jahre nach der eigentlichen Infektion.

Daher sollte die Diagnose und auch die Behandlung möglichst früh erfolgen, da man dann die zweite und dritte Phase der Erkrankung vermeiden kann. Bauern, die einen entsprechenden roten Fleck oder roten Ring rund um eine Zeckenbissstelle feststellen, sollten ohne Verzögerung den Hausarzt aufsuchen, der dann eine entsprechende antibiotische Behandlung einleitet.


Zusammenfassung:

Frühsommermeningoenzephalitis: nur vorsorglicher Schutz durch eine FSME Impfung, keine entsprechende Behandlung möglich.

Borreliose: keine Impfung möglich, typischer roter Fleck oder sich ausbreitender Ring, frühzeitige Antibiotikabehandlung erfolgreich.

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015