DRUCKEN

Rezeptgebührenbefreiung


Für jede Medikamentenpackung ist – unabhängig von den tatsächlichen Kosten – eine Rezeptgebühr in der Höhe von EUR 5,85 zu bezahlen. Bei Vorliegen von bestimmten Umständen bzw. einer besonderen sozialen Schutzbedürftigkeit haben die Versicherungsträger aber von der Einhebung dieser Rezeptgebühr abzusehen. Nähere Details werden in den Richtlinien des Hauptverbandes für die Befreiung von der Rezeptgebühr festgelegt.

Danach werden folgende Befreiungstatbestände unterschieden: 

up

Automatische Befreiung ohne Antrag

Eine automatische Befreiung erfolgt bei

  • bestimmten anzeigepflichtigen übertragbaren Krankheiten (z.B. Tuberkulose, infektiöse Hepatitis) – Diese Befreiung gilt nicht für die Person sondern für die Krankheit, d.h. die Rezeptgebührenbefreiung gilt nur für jene Medikamente, die mit der anzeigepflichtigen übertragbaren Krankheit in Zusammenhang stehen.

  • Bezug einer Ausgleichszulage zur Pension
    Die Befreiung von der Rezeptgebühr gilt in diesem Fall für die versicherte Person sowie ihre mitversicherten Angehörigen.

up

Befreiung auf Antrag

Auf Antrag ist eine Rezeptgebührenbefreiung bei der SVB für folgende Personen möglich:

  • für aktiv erwerbstätige Versicherte wegen geringen Einkommens, wenn der Einheitswert des land(forst)wirtschaftlichen Betriebes EUR 6.400,00 (bei alleinstehenden Betriebsführer/innen) bzw.
    EUR 9.600,00 (bei verheirateten bzw. in eingetragener Partnerschaft lebenden Betriebsführer/innen) nicht übersteigt.

  • Personen, welche infolge Krankheit oder Gebrechen eine hohe Belastung mit Rezeptgebühren UND Kostenanteilen für Heilbehelfe/Hilfsmittel aufweisen:

    • Aktiv erwerbstätige Versicherte bis zu folgenden Einheitswertgrenzen:
      • bei alleinstehenden Betriebsführer/innen bis zu EUR 7.300,00 Einheitswert
      • bei verheirateten bzw. in eingetragener Partnerschaft lebenden Betriebsführer/innen bis zu EUR 11.400,00 Einheitswert 

    • Pensionist/innen, deren monatliches Gesamteinkommen den um 15% erhöhten Ausgleichszulagenrichtsatz nicht übersteigt:
      • bei alleinstehenden Pensionist/innen:
        Ausgleichszulagenrichtsatz EUR 1.023,32
      • bei verheirateten bzw. in eingetragener Partnerschaft lebenden Pensionist/innen: Ausgleichszulagenrichtsatz für Paare EUR 1.534,30


Diese Einkommensgrenzbeträge erhöhen sich für jedes anspruchsberechtigte Kind bei aktiv erwerbstätigen Versicherten um einen Einheitswert von EUR 1.000,00, bzw. um EUR 137,30 bei Pensionist/innen.

Von der SVB wird geprüft, ob der/die Antragsteller/in und seine /ihre anspruchsberechtigten Angehörigen eine unzumutbare Belastung mit Rezeptgebühren aufweisen.

Es werden dabei nur jene Medikamente berücksichtigt, für die eine Rezeptgebühr entrichtet wurde. Angefallene Kostenanteile für Heilbehelfe/Hilfsmittel fließen in die Belastungsberechnung ein.

up

Berücksichtigung weiterer Kostenanteile

Eine besondere soziale Schutzbedürftigkeit kann auch darin begründet sein, dass schwere Erkrankungen, wie z.B. Krebs oder Hämophilie, vorliegen, die zu außergewöhnlichen Belastungen mit Rezeptgebühren und Kostenanteilen führen können. Ergeben sich Indizien auf eine derartige Situation aus dem Antrag, wird die Belastung durch Kostenanteile bei Personen geprüft, die nach den oben dargestellten Regelungen nicht befreit werden konnten.

Folgende Kostenanteile werden für eine solche Belastungsberechnung herangezogen:

  • ärztliche Hilfe (Behandlungsbeitrag)
  • Serientransporte (ständig benötigte Transporte)
  • ambulante Spitalsbesuche
  • stationäre Krankenhausaufenthalte
  • regelmäßig benötigte Heilbehelfe und Hilfsmittel


Diese werden zusammengezählt und die durchschnittliche monatliche Belastung errechnet. Voraussetzung für eine Rezeptgebührenbefreiung ist eine monatliche Mindestbelastung durch Kostenanteile.

Der Einkommensteil, der über dem für die Befreiung maßgeblichen Grenzwert liegt, wird nur zu 30 Prozent berücksichtigt.
Übersteigt die durchschnittliche monatliche Belastung dieses verbleibende Einkommensdrittel über dem Grenzwert, kann eine Rezeptgebührenbefreiung ausgesprochen werden.

Der maßgebliche Grenzwert beträgt:

-) für alleinstehende Pensionist/innen EUR 889,84

-) für verheiratete bzw. in eingetragener Partnerschaft lebende Pensionisten/innen) EUR 1.334,17

-) für alleinstehende Betriebsführer/innen EUR 889,84  

-) für verheiratete bzw. in eingetragener Partnerschaft lebende Betriebsführer/innen EUR 1.334,17

up

Für wen gilt die Rezeptgebührenbefreiung

Eine von der SVB ausgesprochene Rezeptgebührenbefreiung gilt für den/die Betriebsführer/in bzw. Pensionist/innen sowie sämtliche anspruchsberechtigte Angehörige.

up

Dauer der Rezeptgebührenbefreiung

Eine automatische Befreiung von der Rezeptgebühr gilt solange die Voraussetzungen vorliegen bzw. solange das Einkommen die Grenzbeträge nicht übersteigt.

Eine Rezeptgebührenbefreiung auf Antrag wird immer für einen bestimmten Zeitraum ausgesprochen:

  • Aktive: 1 Jahr
  • Pensionist/innen: 1 bzw. 5 Jahr (e)

Der/Die Antragssteller/in wird über die Beurteilung seines Befreiungsantrages schriftlich informiert und darauf hingewiesen, dass rechtzeitig vor Ablauf der Befreiung ein neuerlicher Antrag zu stellen ist.

Wird der Antrag erst nach Ablauf der Befreiung eingebracht, sind im Zeitraum ab dem Wegfall bis zum Tag der Antragstellung Rezeptgebühren zu entrichten.

up

Nachweis der Rezeptgebührenbefreiung

 Bei Vorliegen einer Rezeptgebührenbefreiung ist diese dem Arzt bzw. anderen Vertragspartnern, wie z.B. Apotheker, Bandagist nachzuweisen. Als Nachweis gilt die e-card, die eine bestehende Befreiung ausweist. Nichtärztliche Vertragspartner können die bestehende Rezeptgebührenbefreiung aus dem Rezept oder der ärztlichen Verordnung erkennen.

Vor der Einführung der e-card wurde eine Befreiung auf dem Krankenschein und zusätzlich auch auf der Beitragsvorschreibung bzw. dem Pensionsbeleg angeführt. Durch den Nachweis der Befreiung mit der e-card ist dies nicht mehr nötig und werden seit 01.01.2007 bestehende Rezeptgebührenbefreiungen daher nicht mehr auf der Beitragsvorschreibung bzw. dem Pensionsbeleg angeführt.

Zuletzt aktualisiert am 06. Februar 2017