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Rezeptgebührenobergrenze



Für alle Personen, die Rezeptgebühren zu bezahlen haben, gibt es seit 01.01.2008 eine wesentliche Verbesserung:
Rezeptgebühren müssen pro Kalenderjahr nur mehr maximal im Ausmaß von zwei Prozent des Jahresnettoeinkommens entrichtet werden.

Beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger wird für jeden Versicherten ein eigenes Rezeptgebührenkonto geführt. Sobald die summierten bezahlten Rezeptgebühren zwei Prozent des Jahresnettoeinkommens übersteigen, sind keine weiteren Rezeptgebühren im laufenden Kalenderjahr bis zum Jahresende mehr zu entrichten.

Das Erreichen der Obergrenze wird über das Stechen der e-card beim Arzt angezeigt. Der Arzt bringt dann auf dem Rezept - wie bei der Rezeptgebührenbefreiung - einen zweiten Stempel an, der dem Apotheker anzeigt, dass keine Rezeptgebühr einzuheben ist.

Wie viele Rezeptgebühren vom Versicherten bereits bezahlt wurden, ergibt sich laufend aus der Medikamentenabrechnung der SVB mit den öffentlichen Apotheken und Hausapotheken. Da die Abrechung erst in dem der Abgabe folgenden Kalendermonat möglich ist, kann es vorkommen, dass einige Rezeptgebühren trotz Überschreitung der 2-Prozent-Grenze bezahlt werden. Diese zuviel bezahlten Beträge bleiben für das nächste Jahr als Gutschrift bestehen, können aber auch rückgefordert werden.

Die Rezeptgebühren von dem/der mitversicherten Ehepartner/in bzw. eingetragenen Partner/in und mitversicherten Kindern werden im Rezeptgebührenkonto des Versicherten berücksichtigt.

Zur Info
Die Rezeptgebührenobergrenzenregelung bezieht sich nur auf Rezeptgebühren, nicht auf sonstige Kostenanteile.

Diese müssen auch nach Erreichen der Obergrenze weiter bezahlt werden.


Nettoeinkommen

Als Nettoeinkommen gilt bei aktiven Versicherten 70 Prozent der Jahresbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung, reduziert um bestimmte Abschläge.

Bei Pensionisten wird die im laufenden Kalenderjahr bezogene Nettopension ohne Sonderzahlungen zur Berechnung herangezogen.

Auch wenn der Medikamentenverbrauch sehr hoch sein sollte, muss aber jedenfalls an Rezeptgebühr 2 Prozent des einfachen Ausgleichszulagenrichtsatzes EUR 882,78 entrichtet werden.

Demgemäß wird die Obergrenze frühestens nach 38 bezahlten Rezeptgebühren im Kalenderjahr erreicht.

Wichtig
  • Ein separater Antrag zur Berücksichtigung der Rezeptgebührenobergrenze ist nicht erforderlich. Die Obergrenze wird automatisch errechnet und auf der e-card angezeigt
  • Bisherige Rezeptgebührenbefreiungen bleiben weiter aufrecht. Fragen zur Rezeptgebührenbefreiung richten Sie bitte wie bisher an unser Kompetenzzentrum unter der Nummer +43 (316)343 - 8590 DW

Zusätzliche Informationen zum Thema erhalten Sie auch im Folder "Rezeptgebührenobergrenze" (klicken Sie rechts unter "Mehr zum Thema - Folder") 

Zuletzt aktualisiert am 28. Januar 2015