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Brustkrebsfrüherkennungsprogramm


Eckpunkte des Brustkrebs Früherkennungsprogramms

 

Das österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm „früh erkennen“ ist ein qualitäts­gesichertes transparentes systematisches Programm zur Früherkennung von Brustkrebs, das seit Beginn des Jahres 2014 im Einsatz ist.

Frauen im Alter von 45 bis 69 Jahren erhalten alle 2 Jahre eine Einladung, mit der sie am Programm teilnehmen können. Ab 1. Juli 2014 können Frauen auch ohne Einladung direkt mit ihrer e-card eine Vorsorgemammographie in Anspruch nehmen. Die Frau entscheidet somit selbst oder nach vorheriger Konsultation ihres Vertrauensarztes, wann sie zur Mammographie gehen will.


 

Dieses Programm unterliegt höchsten Qualitätsanforderungen:

 

  • Schulung aller beteiligten Berufsgruppen
  • durch die Österreichische Ärztekammer zertifizierte Radiologinnen und Radiologen
  • Jährliche Mindestbefundung von 2.000 Mammographieaufnahmen pro Jahr
  • Befundung durch zwei unabhängige Radiologinnen/Radiologen („4-Augen-Prinzip“)
  • Verwendung ausschließlich digitaler, strahlungsarmer Geräte
  • Systematische Dokumentation und wissenschaftliche Evaluierung
  • Pseudonymisierung der Daten, das heißt ein Rückschluss auf die einzelne Person ist nicht mehr möglich 

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Wer ist teilnahmeberechtigt?

 

Teilnahmeberechtigt sind grundsätzlich alle Frauen ab dem 40. Lebensjahr.

Frauen zwischen 45 und 69 Jahren. erhalten automatisch alle zwei Jahre eine persönliche Einladung sowie Informationen zur Mammographie zugesandt. Die Einladung ersetzt den bisherigen Zuweisungsschein und ist zur/zum  Radiologin/Radiologen mitzubringen. Um den Zugang einfacher zu gestalten, wird ab 1. Juli 2014 die e-card für die Vorsorgemammographie freigeschaltet, womit die/der Radiologin/Radiologe direkt aufgesucht werden kann. Danach ist die e-card für Vorsorgemammographien zwei Jahre gesperrt.

Altersunabhängige Mammographien zur Abklärung (kurative Mammographien) sind weiterhin unbeeinflusst vom Früherkennungsprogramm jederzeit mit ärztlicher Zuweisung auf Kosten der Krankenversicherung möglich.

 

Frauen ab 40 Jahren bzw. ab 70 Jahren können ebenfalls am Programm teilnehmen, indem sie eine Einladung bei der Telefon-Serviceline 0800 500 181 anfordern bzw. ab 1. Juni 2014 – neu – über ein Online-Formular unter www.frueh-erkennen.at anmelden. Die Teilnahme am Programm ist freiwillig und kostenlos.


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Nicht versicherte Frauen

 

Auch nicht versicherte Frauen sind berechtigt, am Programm teilzunehmen. Benötigt werden eine Sozialversicherungsnummer und eine Berechtigung im e-card System, welche bei jeder Gebietskrankenkasse im jeweiligen Wohnbundesland erhältlich sind

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Wann erhalte ich meine Einladung?

 

Seit Jänner 2014 werden Einladungsschreiben an die Versicherten ausgesendet. Begonnen wurde mit den Jahrgängen 1944 bis 1945 für das Einladungsmonat Jänner 2014. Im Februar 2014 wurden die Jahrgänge 1945 bis 1946 eingeladen. Dies geht bis Dezember 2015 endend mit dem Jahrgang 1968.

 

Frauen, die 45 Jahre alt werden, erhalten zeitnah zum 45. Geburtstag ihre Einladung. 

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Vorverlegung der Einladung

 

Wenn eine Frau vor zwei Jahren oder länger ihre letzte Mammographie bekommen hat, kann die Einladung vorverlegt werden:

 

  • außer die Frau hat eine Vorsorgemammographie im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung vor weniger als zwei Jahren, denn dann ist dieser Termin im System eingebucht
  • oder die Frau war in einem Pilotprojekt und es gibt daher einen fixen Termin basierend auf ihrer letzten Früherkennungsmammographie.

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Nach hinten Verschieben der Einladung

 

War eine Frau vor weniger als zwei Jahren bei der letzten Mammographie und würde sie die Einladung vor dem gewünschten Termin erhalten, kann sie das Einladungsschreiben verfallen lassen. Sie muss dann zwei Monate vor dem geplanten Mammographietermin wieder bei der Telefon-Serviceline anrufen, um den Einladungstermin entsprechend zu terminisieren. 

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Einladung vergessen?!

 

Die Berechtigung zur Mammographie kann auch durch Stecken der e-card überprüft werden, falls jemand die Einladung vergessen oder verloren haben sollte. Ab 1. Juli 2014 wird die e-card für die Vorsorgemammographie freigeschaltet, eine Einladung oder Überweisung ist dann nicht mehr notwendig.

 

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Was tun, wenn ich keine Einladung erhalten möchte?

 

Es besteht die Möglichkeit, über die Serviceline 0800 500 181 aus dem Brustkrebs-Früherkennungs­programm-Einladesystem hinauszuoptieren. 

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Wie habe ich bei einem Opt-Out vorzugehen?

 

Um Missbräuchen vorzubeugen, ist ein zweistufiges Verfahren vorgesehen:

 

  • Anruf bei der Serviceline 0800 500 181
  • Brief inklusive Bestätigungsschreiben ergeht an die betreffende Frau
  • Retournierung des Bestätigungsschreibens an die Serviceline (serviceline@frueh-erkennen.at)
  • Serviceline finalisiert Opt-Out 

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Wann brauche ich trotzdem eine Zuweisung?

 

Eine Zuweisung ist nur dann notwendig, wenn es sich um eine kurative Mammographie handelt, das heißt bereits Beschwerden bzw. ein Verdacht auf Brustkrebs besteht und eine weitere Abklärung mittels Mammographie notwendig ist. Altersunabhängige Mammographien zur Abklärung erfolgen weiterhin jederzeit mit ärztlicher Zuweisung auf Kosten der Krankenversicherung.  

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Wie finde ich eine/n entsprechende/n Radiologin/Radiologen?

 

Den Einladungsschreiben wird eine Liste der zertifizierten Radiologinnen und Radiologen des jeweiligen Bundeslandes der Versicherten beigelegt. Es kann jedoch auch jede/r andere zertifizierte/r Radiologin/Radiologe jedes anderen Bundeslandes in Anspruch genommen werden. Alle Adressen sind sowohl unter der kostenlosen Telefon-Serviceline 0800 500 181 zu erfragen als auch unter www.frueh-erkennen.at erhältlich.  

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Was versteht man unter „Screening“?

 

Getestet werden laut dem Früherkennungsprogramm jene Personen, die noch keine Anzeichen oder Symptome einer Erkrankung haben, auf die sie getestet werden. Ziel ist es, das Risiko, jene Erkrankung zu bekommen, zu reduzieren bzw. die Erkrankung in einem frühen Stadium zu erkennen. 

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Warum können Frauen, die jünger als 40 Jahre sind, nicht am Programm teilnehmen?

 

Der Benefit für jüngere Frauen ist geringer, einerseits aufgrund einer deutlich geringeren Brustkrebsinzidenz und andererseits aufgrund einer schlechteren Detektionsrate der Mammographie, da das Brustgewebe in jüngeren Jahren meist zu dicht ist. Auch nicht außer Acht zu lassen ist die höhere Empfindlichkeit des jüngeren Brustgewebes gegenüber Röntgenstrahlung. Eine Vorsorgemammographie für gesunde Frauen unter 40 Jahren wird daher weltweit nicht empfohlen. 


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Befund 

  • Endbefund ist unauffällig – Wiedereinladung in 24 Monaten
  • Endbefund „early Rescreeen“ – automatische Einladung nach 6 bis 12 Monaten (Entscheidung durch Radiologin/Radiologe)
  • Endbefund auffällig – Zuweisung zu MRT oder Biopsie
  • Hat die Frau im Fragebogen vor der Untersuchung eine Vertrauensärztin/einen Vertrauensarzt angegeben, so kann diese/r auf Wunsch den Befund der Frau anfordern. 

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Informationsquellen 

  • kostenlose Telefon-Serviceline: 0800 500 181
  • e-Mail: serviceline@frueh-erkennen.at
  • Programm – Website: www.frueh-erkennen.at
  • Informationsfolder, Informationsbroschüren liegen in den jeweiligen Arztpraxen auf und stehen auf der Programm-Website zum Download zur Verfügung.

 

Zuletzt aktualisiert am 12. März 2015