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a) Was ist neu an der Vorsorgeuntersuchung?


Das neue Vorsorgeprogramm zielt darauf ab, bei Menschen, die sich augenscheinlich guter Gesundheit erfreuen, Krankheiten im Frühstadium oder Risikofaktoren zu erkennen. Die Vorsorgeuntersuchung Neu orientiert sich dabei an Gesundheitszielen, die die Früherkennung so genannter Volkskrankheiten und die Verminderung persönlichen Leids bezwecken.

Personen mit entdeckten Risikofaktoren erhalten Primärprävention, also Hilfestellung und Unterstützung im Hinblick auf die Reduktion ihres Risikos. Das kann die Verhinderung bzw. Verzögerung der Krankheitsentstehung bedeuten.

Personen mit entdeckter Erkrankung im Frühstadium erhalten Sekundärprävention. Das sind therapeutische Maßnahmen zur Verminderung oder Vermeidung des Fortschreitens der Krankheit oder deren Komplikationen.


Medizinische Leistungen

  • Es fließen mehr als bisher die Erkenntnisse der modernen Lebensstil-Medizin in die Vorsorgeuntersuchung ein. Dabei geht es nicht nur - wie bisher - um die Früherkennung verbreiteter Zivilisationskrankheiten, sondern auch um Aufklärung und Unterstützung bei gesundheitsfördernden Veränderungen des Lebensstils bei den Kernthemen Bewegung, Ernährung und Rauchen.
  • Der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) wird errechnet (Verhältnis von Körpergröße zu Gewicht), darüber hinaus wird der Taillenumfang gemessen.
  • Darmspiegelung für Menschen über 50 zusätzlich zum Test auf verstecktes Blut (in Form von Testbriefchen).
  • Bei Menschen über 65 Jahren wird vermehrtes Augenmerk auf die Hör- und Sehleistung gelegt (zB Flüstertest, Fragen nach auffälligen Veränderungen des Sehvermögens).
  • Früherkennung von Zahnfleischerkrankungen und entsprechende Beratungsleistungen.
  • Hinsichtlich erhöhter Blutfette wird auch das (gute) HDL-Cholesterin neben dem (schlechten) LDL-Cholesterin erhoben, um eine bessere Risikoeinschätzung für eine kardiovaskuläre Erkrankung zu ermöglichen.
  • Klinische Untersuchung bzw. Erfragen von auffälligen Hautveränderungen.


Verstärkte Beraterrolle des Arztes

In der Vorsorgeuntersuchung wird die Beraterrolle der Ärzte verstärkt. Der die Vorsorgeuntersuchung durchführende Arzt wird in Zukunft intensiver auf die individuelle Lebenssituation der Menschen eingehen und auch weitere zielführende Maßnahmen ansprechen, wie zB Raucherentwöhnung, Ernährungs- und Bewegungsberatung.

Gerade die intensive Auseinandersetzung mit der Lebensweise und den Lebensumständen soll in Zukunft auch die Erarbeitung eines individuellen Risikoprofils ermöglichen.

Seitens der österreichischen Sozialversicherung gibt es eine Sammlung von speziellem Informationsmaterial – beispielsweise von Selbsthilfegruppen – , die der Arzt dem Patienten bei Bedarf zur Unterstützung der Reduktion des persönlichen Risikos übergeben kann.


Einladesystem

Bisher erreichte die Vorsorgeuntersuchung in Österreich rund zwölf Prozent der angesprochenen Bevölkerung, wobei die Teilnehmerzahl von Bundesland zu Bundesland sehr variierte. So war die Teilnahme an der Vorsorgeuntersuchung in den westlichen Bundesländern weitaus höher als in den östlichen Bundesländern. Daher geht es bei der neuen Vorsorgeuntersuchung auch darum, noch mehr Bürger/nnen mit dem modernen Vorsorgeinstrument zu erreichen. Deshalb soll es zukünftig eine spezielle Einladung zur Vorsorgeuntersuchung geben.

Mittels des Einladungssystems (so genanntes Call-/Recallsystem) werden alle Personen ab dem 18. Lebensjahr selektiv nach Risikogruppen regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung eingeladen. Personen unter 40 Jahren alle drei Jahre und ältere Personen alle zwei Jahre. Darüber hinaus werden alle Personen ab dem 50. Lebensjahr über die Möglichkeit der Darmkrebsvorsorge informiert und Frauen ab 40 Jahren wird alle zwei Jahre ein Brust-Röntgen (Mammographie) angeboten.

Natürlich bleibt es jedem Einzelnen überlassen, die Vorsorgeuntersuchung auch ohne Einladung in Anspruch zunehmen.

Zuletzt aktualisiert am 12. März 2015