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Elektronische Gesundheitsakte (ELGA)


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Was ist ELGA?


Die elektronische Gesundheitsakte (ELGA) ist ein Informationssystem, das orts- und zeitunabhängig Spitälern, niedergelassenen Vertragsärzten, Apotheken, Pflegeeinrichtungen und den PatientInnen Zugang zu wichtigen Gesundheitsdaten ermöglicht.


Im Behandlungs- und Betreuungsfall stehen dem ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter wichtige Gesundheitsdaten zur Verfügung, die als Entscheidungsgrundlage für Diagnostik und Therapie zum Behandlungserfolg beitragen. So können Mehrfachuntersuchungen vermieden und die Behandlungsqualität (Befundbereitstellung) gesteigert werden.


Hohe Sicherheitsstandards gewährleisten Datensicherheit und Datenschutz. ELGA-Befunde werden dezentral gespeichert (dort wo sie erstellt wurden, z.B. im Krankenhaus). ELGA verbindet diese und ermöglicht zwischen den Gesundheitsdiensteanbietern einen organisationsübergreifenden Informationszugang und trägt so zur besseren Zusammenarbeit aller Berechtigten bei.


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Schrittweise Einführung


Bereits seit Anfang 2014 sind das ELGA-Portal, die ELGA-Serviceline und die ELGA-Widerspruchsstelle in Betrieb.


Ende 2015 erfolgt die Inbetriebnahme von ELGA in Spitälern in der Steiermark und in einem Spital in Wien. 2016 werden alle öffentlichen Spitäler in allen Bundesländern sowie die Unfallkrankenhäuser der AUVA mit ELGA arbeiten.

Das bedeutet, dass diese Spitäler die Entlassungsbriefe sowie relevante Labor- und Radiologiebefunde ihrer Patientinnen und Patienten im Wege von ELGA verfügbar machen.


Ab Mitte 2016 können die niedergelassenen Vertragsärztinnen und
-ärzte
ebenfalls alle ELGA-Funktionen nutzen, ab Mitte 2017 sind sie dazu verpflichtet.

Im ersten Halbjahr 2016 wird die ELGA Anwendung "e-Medikation", die Informationen über verordnete und abgegebene Heilmittel bereitstellt, in einem Probebetrieb in der Steiermark starten.


2017 folgen die privaten Krankenanstalten und ab 2022 werden Zahnärztinnen und Zahnärzte mit Kassenvertrag mit dem ELGA-System vernetzt.

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Zugriff durch Patienten


Die Patientinnen und Patienten können am ELGA-Portal mittels Handysignatur oder Bürgerkarte in ihre persönliche elektronische Gesundheitsakte einsteigen. Befunde und Medikationsdaten können abgefragt werden, darüber hinaus können diese in Eigenverantwortung auch gelöscht sowie aus- bzw. später wieder eingeblendet werden. Patientinnen und Patienten können die Zugriffsrechte auf ihre ELGA-Gesundheitsdaten, wie auch die Zugriffsberechtigungen der Gesundheitsdiensteanbieter, selbst bestimmen.    

  • Wer nicht widerspricht, nimmt an ELGA teil.

  • Über das ELGA-Portal besteht jederzeit die Möglichkeit, sich von ELGA ab- bzw. wieder anzumelden.
  • Bei einem generellen Ausstieg (opt out) werden keine Gesundheitsdaten in ELGA verfügbar gemacht.
  • Es besteht auch die Möglichkeit, sich nur von einzelnen ELGA-Anwendungen (z.B. e-Medikation, e-Befund) abzumelden (partieller opt-out).

  • Ein Widerruf an der Teilnahme kann jederzeit zurückgenommen werden – in diesem Fall besteht jedoch kein Anspruch auf eine nachträgliche Aufnahme von ELGA-Gesundheitsdaten.

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Zugriff durch Behandlungsstelle


Der Zugang durch den ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter ist nur dann möglich, wenn ein aktueller Behandlungs- oder Betreuungsfall vorliegt, ein Nachweis dafür erbracht wurde und der Patient seine Gesundheitsdaten über ELGA bereitstellen will. Kein Arzt kann nach freiem Belieben die Gesundheitsdaten von Patientinnen und Patienten einsehen. Mit dem Stecken der Ordinationskarte des Arztes erfolgt die Authentifizierung und Anmeldung des behandelnden Arztes im ELGA-System, mit der e-card wird überprüft, ob der Patient an ELGA teilnimmt. Wurde kein Widerspruch eingelegt, wird eine Übersicht aller Gesundheitsdaten ausgegeben. Grundsätzlich ist der Zugriff für Behandler auf 28 Tage ab Behandlungsbeginn, für Apotheken auf zwei Stunden begrenzt.


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Datenschutz


Gesundheitsdaten sind hochsensible Daten und daher besonders schutzwürdig. Für den Abruf der ELGA-Gesundheitsdaten werden höchste Sicherheitsstandards angewendet. Sämtliche Zugriffe auf das ELGA-System werden mitprotokolliert. Bei Missbrauch sind strafrechtliche Sanktionen vorgesehen. Patientinnen und Patienten können darüber hinaus jederzeit im Zugriffsprotokoll im ELGA-Portal Einsicht nehmen, wer wann auf ihre ELGA-Gesundheitsdaten zugegriffen hat.



Zuletzt aktualisiert am 15. Dezember 2015