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Gratiszahnspange


Kinder und Jugendliche mit einer schweren Kiefer- oder Zahnfehlstellung haben ab Juli 2015 Anspruch auf eine kostenlose Zahnspangenversorgung, also eine kieferorthopädische Behandlung, deren Kosten von der Krankenversicherung zur Gänze übernommen werden und keine Zuzahlung des Versicherten vorgesehen ist.
Dabei werden zwei Leistungen unterschieden:

  • die frühkindliche kieferorthopädische Behandlung für Kinder bis zum 10. Lebensjahr und
  • die kieferorthopädische Hauptbehandlung für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren.


Die Feststellung der Behandlungsnotwendigkeit einer Kiefer- oder Zahnfehlstellung aus medizinischen Gründen erfolgt durch den Kieferorthopäden bzw. Zahnbehandler nach einem international gebräuchlichen Maßstab mit fünf Klassifikationsstufen. Als schwere Fehlstellungen als Voraussetzung für die kostenlose Zahnspange gelten Einstufungen mit einem Schwergrad von 4 oder 5.

Die Details zu den Anspruchsvoraussetzungen sind nachfolgend beschrieben:

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Frühkindliche kieferorthopädische Behandlung (vor dem 10. Lebensjahr)

Die frühkindliche Behandlung, auch interzeptive kieferorthopädische Behandlung genannt, beginnt in der Regel vor dem 10. Lebensjahr des Kindes.
Die Kosten dieser Behandlung werden unter folgenden Voraussetzungen zur Gänze von der Krankenversicherung übernommen:

  • Behandlungsnotwendigkeit aufgrund einer schweren Kiefer- oder Zahnfehlstellung sowie zusätzlich
  • Vorliegen einer von 13 festgelegten zahnmedizinischen Diagnosen, die einen so frühen Eingriff bei einem Kind rechtfertigt
  • Inanspruchnahme der Leistung bei einer Kieferorthopädin/einem Kieferorthopäden (siehe Liste VertragskieferorthopädInnen), einem Institut für Kieferorthopädie oder Zahnarzt, welche einen Vertrag mit den Krankenversicherungsträgern haben. Die Leistungsinanspruchnahme ist auch in einigen Ambulatorien der Krankenversicherungsträger möglich

Die kieferorthopädische Versorgung kann mit festsitzenden Zahnspangen, aber auch mit abnehmbaren Zahnspangen erfolgen. Die Leistung beinhaltet auch laufende Kontrolluntersuchungen und Reparaturen der Zahnspange.

Nur teilweise oder keine Kostenübernahme durch SVB:

Wird kein Vertrags-Kieferorthopäde oder Vertragszahnarzt in Anspruch genommen, sondern die Leistung wird von einem Wahl-Zahnbehandler erbracht, sind die Kosten für die Behandlung bzw. die Zahnspange vom Versicherten selbst zu tragen. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es einen Kostenzuschuss von der SVB – nähere Informationen dazu finden Sie unter Kostentragung in sonstigen Fällen.

Hinweis:

Werden aus ästhetischen Gründen spezielle Zahnspangen gewünscht, so ist eine Kostenübernahme durch die Krankenversicherung ausgeschlossen.

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Kieferorthopädische Hauptbehandlung (vor dem 18. Lebensjahr)

Die kieferorthopädische Hauptbehandlung beginnt in der Regel nicht vor dem 12. Lebensjahr des Kindes. Sie sollte jedenfalls erst begonnen werden, wenn damit gerechnet werden kann, dass die Mahlzähne beim Abschluss der Behandlung vollständig eingegliedert sind.
Die Kosten dieser Behandlung werden unter folgenden Voraussetzungen zur Gänze von der Krankenversicherung übernommen:

  • Behandlungsbeginn vor dem 18. Lebensjahr
  • Behandlungsnotwendigkeit aufgrund einer schweren Kiefer- oder Zahnfehlstellung
  • Inanspruchnahme der Leistung bei einer/einem qualifizierten Kieferorthopädin/Kieferorthopäden (siehe Liste VertragskieferorthopädInnen) oder bei einem Institut für Kieferorthopädie, welche einen Vertrag über Kieferorthopädie mit den Krankenversicherungsträgern haben. Die Leistungsinanspruchnahme ist auch in einigen Ambulatorien der Krankenversicherungsträger möglich.


Die kieferorthopädische Versorgung wird in der Regel mit festsitzenden Apparaten – einer hochwertigen Metallzahnspange, die auch zur Korrektur von schweren Fehlstellungen geeignet ist – erfolgen. Die Leistung beinhaltet auch laufende Kontrolluntersuchungen und Reparaturen der Zahnspange.

Nur teilweise oder keine Kostenübernahme durch SVB:

Wird kein Vertrags-Kieferorthopäde oder Ambulatorium (wie oben genannt) in Anspruch genommen, sondern die Leistung wird von einem anderen Zahnbehandler erbracht, sind die Kosten für die Behandlung bzw. die Zahnspange vom Versicherten selbst zu tragen. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es einen Kostenzuschuss von der SVB – nähere Informationen dazu finden Sie unter [Kostentragung in sonstigen Fällen]

Hinweis:

Werden aus ästhetischen Gründen spezielle zahnfarbene oder durchsichtige Zahnspangen gewünscht, ist eine Kostenübernahme oder auch ein Kostenzuschuss der SVB ausgeschlossen.

Zuletzt aktualisiert am 01. Februar 2016