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Neues zum Jahreswechsel 2015/16 im Bereich der bäuerlichen Sozialversicherung


Mit dem Jahreswechsel treten einige neue gesetzliche Regelungen in Kraft. Um Bäuerinnen und Bauern einen Überblick über die Änderungen zum 1. Jänner 2016 zu geben, sind hier die wichtigsten Neuerungen im Bereich der Sozialversicherung zusammengefasst:

 

Pensionserhöhung

Die Pensionen mit Stichtagen vor dem 1. Jänner 2015 und die Ausgleichszulagen-Richtsätze werden mit 1. Jänner 2016 einheitlich um 1,2 Prozent erhöht. Auch Hinterbliebenenpensionen werden wie Eigenpensionen um 1,2 Prozent erhöht; jene, die 2015 angefallen sind, werden mit Jahresbeginn allerdings nur dann angepasst, wenn die/der Verstorbene im Jahr 2014 bereits eine Pension bezogen hat.

 

Absenkung des fiktiven Ausgedinges

Im bäuerlichen Bereich wird für Bezieher einer Ausgleichszulage ein „fiktives Ausgedinge“ zum monatlichen Nettoeinkommen hinzugerechnet. Der Höchstbetrag des „fiktiven Ausgedinges“ wird mit Jahreswechsel weiter abgesenkt: auf maximal 13 Prozent des jeweils zur Anwendung gelangenden Ausgleichszulagen-Richtsatzes. Dadurch kommt es zu einer höheren Ausgleichszulage für bäuerliche Pensionistinnen und Pensionisten mit kleinen Pensionen.

 

Erhöhung des Pflegegeldes

Das Pflegegeld wird mit 1. Jänner 2016 in allen sieben Stufen einmalig um zwei Prozent erhöht.

 

Erhöhung des Kostenzuschusses für psychotherapeutische Behandlungen

Um bäuerliche Versicherte mit psychischen Erkrankungen zu unterstützen, wird der Kostenzuschuss für Psychotherapie ab dem Jahr 2016 von 21,80 Euro für 60 Minuten auf 50 Euro angehoben.

 

Zusätzliche Erhöhung der Höchstbeitragsgrundlage

Die monatliche Höchstbeitragsgrundlage wird mit 1. Jänner 2016 in allen Sozialversicherungssystemen außertourlich zur jährlichen Aufwertung erhöht. Im bäuerlichen Bereich beträgt diese Erhöhung 105 Euro, wodurch sich die monatliche Höchstbeitragsgrundlage im Jahr 2016 auf 5.670 Euro beläuft.

 

Neue Selbstversicherung in der Krankenversicherung für pflegende Angehörige mit sozialer Schutzbedürftigkeit nach dem ASVG

Diese neue Selbstversicherung nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) bietet einen Krankenversicherungsschutz für Pflegepersonen mit sozialer Schutzbedürftigkeit, die aufgrund der intensiven Pflege eines nahen Angehörigen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen können und auch sonst keine Möglichkeit (etwa über eine Mitversicherung als Angehöriger) besteht, einen Krankenversicherungsschutz zu erlangen. Die Beiträge für diese freiwillige Versicherung übernimmt der Bund zur Gänze.

 

Gratis-Zahnspange für Kinder und Jugendliche bis 18

Für Kinder und Jugendliche mit schweren Zahnfehlstellungen ist seit 1. Juli 2015 die Zahnspange gratis. Diese Leistung wird von der SVB also zur Gänze übernommen. Voraussetzung ist, dass die Behandlung vor dem 18. Lebensjahr beginnt, diese aus medizinischen – und nicht aus rein ästhetischen – Gründen erforderlich ist und bei einem Kieferorthopäden in Anspruch genommen wird, der einen Vertrag mit den Krankenversicherungsträgern abgeschlossen hat. Für die Behandlung beim Vertragskieferorthopäden muss keine Bewilligung bei der jeweiligen Krankenkasse eingeholt werden.

Liegen die Voraussetzungen für die „Gratis-Zahnspange“ nicht vor, so leistet die SVB bei Behandlungsnotwendigkeit, je nach Schwere der Zahn-/Kieferfehlstellung, einen Kostenzuschuss bis zu 694,40 Euro.


Zuletzt aktualisiert am 22. Dezember 2015