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Älteste bäuerliche Versicherte feiert 110. Geburtstag


Frau Anna Medwenitsch wurde am 17. März 1907 geboren und lebte bis vor 4 Jahren noch in ihrem Elternhaus in Hof am Leithagebirge. Nach einem Oberschenkelhalsbruch, der sie fortan an den Rollstuhl fesselte und den Pflegebedarf erhöhte, übersiedelte sie 2013 in das Marienheim in Bruck an der Leitha.

Ihre Enkelin und die beiden Urenkel kümmern sich um die Oma, die bereits zu einer Berühmtheit geworden ist. Anna Medwenitsch ist nicht nur die älteste Bauern-Pensionistin, die von der SVB eine Witwenpension erhält, sondern die älteste Niederösterreicherin und zweitälteste Österreicherin.

 

Im Marienheim in Bruck an der Leitha fand auch die große Geburtstagsfeier samt Messe in der Hauskapelle statt. LKR ÖKR Anna Brandstetter, die Vorsitzende des regionalen Leistungsausschusses der Sozialversicherung der Bauern (SVB) ließ es sich nicht nehmen, Frau Medwenitsch einige Tage nach den Haupt-Feierlichkeiten zu besuchen. Sie überreichte im Namen der SVB, die der Jubilarin als „Bauernkassa“ noch immer ein Begriff ist, Blumen und ein Geschenkpaket und überbrachte herzliche Glückwünsche. Frau Medwenitsch nahm die Wünsche und Geschenke gern entgegen und bedankte sich mit einem „Vergeltsgott“ und „Das gfreut mich“. Nur dass sie bereits 110 Jahre alt sein soll, kann die Dame nicht recht glauben, leben Menschen nach ihrem Verständnis nach doch nicht so lange.

Bei dem Treffen erwies sich Enkelin Maria als unentbehrliche Hilfe, die ihrer Oma das eine oder andere Wort lauter ins Ohr sprach und auch bei den Antworten vermittelte, war doch nicht mehr alles von der mitteilungsfreudigen Dame so leicht zu verstehen.

 

Es ist eine besondere Gnade, dieses hohe Alter zu erreichen, meinte auch Anna Brandstetter und befand, Frau Medwenitsch kommt gleich nach dem Papst und darf sich jede Freude gönnen, so wie Kaffee und Süßigkeiten. Darüber hinaus hob sie die Bedeutung des Pflegegeldes hervor, das eine Versorgung zu Hause bzw. eine notwendige Pflegeleistung ermöglicht und eine Unterstützung der Pflegepersonen bringt und dankte der Enkeltochter für ihr Engagement in der Pflege.

Anna Medwenitsch, die in ihrem langen Leben immer hart gearbeitet hat, ist von Krankheiten weitgehend verschont geblieben, bzw. hat kaum ein Spital von Innen gesehen. Allerdings musste sie einige Schicksalsschläge, wie den frühen Tod ihres Mannes verkraften.

Ihr Leben lang arbeitete sie zuerst am Betrieb ihrer Eltern, dann am Hof ihres Mannes und auch in der Pension blieb sie aktiv und eigenständig.

 

Das Bauernhaus in Hof, wo sie seinerzeit zahlreiche Tiere zu versorgen hatte, wird heute von ihrer Enkelin Maria und deren Familie bewohnt. Die Landwirtschaft wurde mittlerweile aufgegeben. Alle zwei Tage besucht Maria ihre Oma und kümmert sich um ihr Wohlbefinden. Sie machen ausgiebige Spazierfahrten mit dem Rollstuhl im Park des Pflegeheims und in der weiteren Umgebung, treffen sich zu Kaffee und Kuchen im Aufenthaltsraum des Hauses und besuchen regelmäßig am Wochenende die Heilige Messe in der wunderschönen hauseigenen Kapelle.

 

Das Rezept für ihr biblisches Alters bleibt wohl ein Geheimnis. Vielleicht haben Arbeit und Eigenständigkeit und ihr starker Glaube etwas damit zu tun?

Zuletzt aktualisiert am 05. April 2017