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Neuerungen mit 1. Jänner 2018



Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen im Bereich der bäuerlichen Sozialversicherung.


... bei den Pensionen

Pensionserhöhung

Im Jahr 2018 gibt es bei der Pensionserhöhung eine Besonderheit: Es gilt nicht ein einheitlicher Prozentsatz für alle Pensionen, sondern eine gestaffelte Pensionserhöhung. Dies kommt den Bezieherinnen und Beziehern niedrigerer Pensionen zugute.

 

Die Pensionen werden ab 1. Jänner 2018 wie folgt erhöht: 

Gesamtpensionseinkommen* (monatlich) Erhöhung
Bis 1.500 Euro + 2,2 Prozent
über 1.500 Euro bis 2.000 Euro + 33 Euro
über 2.000 Euro bis 3.355 Euro + 1,6 Prozent
über 3.355 Euro bis 4.980 Euro + 1,6 Prozent bis 0 Prozent (linear sinkend)
über 4.980 Euro keine

 *Das Gesamtpensionseinkommen eines Pensionisten ist die Summe seiner Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, mit Ausnahme der Kinderzuschüsse, der Ausgleichszulage und des besonderen Steigerungsbetrages. Als Teil des Gesamtpensionseinkommens gelten auch Leistungen nach dem Sonderpensionsgesetz.

 

Diese Erhöhungen betreffen Eigen- und Hinterbliebenenpensionen mit Stichtagen vor dem 1. Jänner 2017. 

Für Pensionen mit einem Stichtag im Jahr 2017 erfolgt die erstmalige Pensionsanpassung zum 1. Jänner 2019. 

Hinterbliebenenpensionen (Witwen-, Witwer- und Waisenpensionen), die 2017 angefallen sind, werden mit Jahresbeginn erhöht, wenn die/der Verstorbene im Jahr 2016 bereits eine Pension bezogen hat. 

Die Ausgleichszulagen-Richtsätze (Einzel- und Ehepaarrichtsatz) werden mit Jahresbeginn um 2,2 Prozent erhöht.


 

Weiters gibt es Detailregelungen im Pensionsrecht, die im Einzelfall zu Verbesserungen führen:


Feststellung von Schwerarbeitszeiten ist früher möglich

Ab 1. Juli 2017 führen die Pensionsversicherungsträger – so auch die SVB – die Feststellung von Schwerarbeitszeiten bis zu zehn Jahre vor dem frühestmöglichen Anfallsalter für die Schwerarbeitspension (= 60. Lebensjahr) durch. Das heißt, Schwerarbeitszeiten können nun bereits ab Vollendung des 50. Lebensjahres festgestellt werden. 

Diese Frist wurde von drei auf zehn Jahre erweitert, damit Menschen, die Schwerarbeit leisten, ihre künftige Pension besser planen können.  

Eine Schwerarbeitspension kann frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres beansprucht werden. Da Frauen das Regelpensionsalter derzeit ebenfalls mit dem 60. Lebensjahr erreichen (Männer mit dem 65. Lebensjahr), ist die Schwerarbeitspension für Frauen erst ab der Anhebung des Regelpensionsalters ab dem Jahr 2024 relevant.  

Voraussetzung für eine Schwerarbeitspension ist eine lange Versicherungszeit. Zusätzlich muss innerhalb der letzten 20 Jahre vor dem Pensionsstichtag mindestens 10 Jahre Schwerarbeit geleistet worden sein.  

Ob die jeweilige Tätigkeit in der Land- und Forstwirtschaft als Schwerarbeit gilt, wird mittels Fragebogen festgestellt. Den entsprechenden Fragebogen sendet die SVB ihren Versicherten, die einen Antrag auf Schwerarbeitspension, Langzeitversichertenpension bei Schwerarbeit oder auf bescheidmäßige Feststellung der Schwerarbeitszeiten stellen. Letzteres ist nun ab dem 50. Lebensjahr möglich.


Präsenz-/Zivildienstzeiten werden voll für Langzeitversichertenpension angerechnet  

Für den Anspruch auf eine Langzeitversichertenpension („Hacklerregelung“) sowie für eine Langzeitversichertenpension bei Schwerarbeit müssen mindestens 540 Beitragsmonate (Männer) vorliegen. Ab 1. Juli 2017 werden die Zeiten des Präsenz- oder Zivildienstes in vollem Ausmaß für diese Pensionsarten angerechnet (davor höchstens 30 Monate). Damit wird den Menschen, die Präsenz- oder Zivildienst geleistet haben, der Zugang zu den Langzeitversichertenpensionen erleichtert.


Für bis 31. Dezember 1954 Geborene mit Pensionsanspruch nach dem „Altrecht“

Verlängerung Durchrechnungszeitraum 

Um zum Pensionsstichtag die Pensionshöhe zu berechnen, werden die Beitragsgrundlagen aus einem bestimmten Durchrechnungszeitraum herangezogen. Dabei werden immer die höchsten Beitragsgrundlagen berücksichtigt. 

Dieser Durchrechnungszeitraum verlängert sich schrittweise bis zum Jahr 2028 auf 40 Jahre (480 Monate). Bei einem Pensionsbeginn im Jahr 2018 werden die „besten“ 30 Jahre (360 Monate) für die Pensionsberechnung herangezogen.

 

Schutzdeckelregelung 

Für alle Pensionen, die ab dem Jahr 2004 zuerkannt werden, wird eine Vergleichsberechnung zwischen Pensionen nach alter und neuer Rechtslage durchgeführt. Dadurch werden Pensionsverluste durch die Pensionsreform 2003 prozentuell begrenzt (Schutzdeckelregelung). 

Dieser Prozentsatz wird bis zum Jahr 2024 jährlich angepasst und beträgt im Jahr 2018 8,5 Prozent. Das heißt, die Pensionshöhe muss zumindest 91,5 Prozent der Pension vor der Pensionsreform 2003 betragen.


... bei der Pflege

Abschaffung des Pflegeregresses 

Ab Anfang des Jahres 2018 darf nicht mehr auf das Privatvermögen von Menschen, die in stationären Pflegeeinrichtungen betreut werden, zur Abdeckung der Pflegekosten im Rahmen der Sozialhilfe zurückgegriffen werden. Dies gilt auch für das Vermögen der Angehörigen und Erben des Pfleglings.


... in der Krankenversicherung

Einheitlicher Kostenanteil für Zahnspangen

 

Für kieferorthopädische Behandlungen für Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres bei Vorliegen von besonders schweren Zahn- oder Kieferfehlstellungen haben die Krankenversicherungsträger ab 1. Juli 2015 die Kosten im Sachleistungsweg zu übernehmen.  

Für all jene Personen und Konstellationen, die nicht in diese Gratiszahnspangen-Regelung fallen, gibt es aufgrund der Leistungsharmonisierung ab 2018 eine einheitliche Kostenbeteiligung. Diese wurde nun mit 30 Prozent des Vertragstarifes für die abnehmbare Zahnspange festgelegt. Der jährliche Vertragstarif beträgt ab 1. Jänner 2018 896,00 Euro. Der Kostenanteil für die Versicherten beträgt somit 268,80 Euro jährlich. 

Bisher betrug der Kostenanteil 50 Prozent bzw. 20 Prozent, wobei für die meisten bäuerlichen Versicherten diese Vereinheitlichung eine deutliche Verbesserung bedeutet. 

Setzt der Zahnarzt keine abnehmbare Versorgung, sondern eine festsitzende Zahnspange ein bzw. wird überhaupt ein Wahlzahnarzt oder Wahlkieferorthopäde in Anspruch genommen, erhält der Patient 70 Prozent des Vertragstarifes für die abnehmbare Versorgung als Kostenzuschuss. Der Kostenzuschuss beträgt somit 627,20 Euro. 

Diese Neuregelungen gelten für jene Fälle, die ab 1. Jänner 2018 mit der Behandlung neu beginnen.



Zuletzt aktualisiert am 22. Dezember 2017